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Von Sabine Friedrich - 21.01.2013, 09:32

Zulieferer

Sharp reduziert drastisch Produktion von iPad-Screens

Während Analysten sich noch streiten, ob der gesunkene Bedarf nur auf die langsamere Nach-Weihnachtssaison zurückzuführen ist, kommt der Rückgang für Sharp äußerst ungelegen: Die Firma musste im in ihrem letzten Quartal einen Verlust von 5,6 Milliarden US-Dollar melden.
De Nachrichtenagentur Reuters meldete am letzten Freitag, dass laut zwei seiner Quellen Sharp in seiner Hauptfertigungsanlage in Japan die Produktion von iPad-Bildschirmen auf ein absolutes Minimum gesenkt habe. Grund sei die seit Ende 2012 sinkende iPad-Nachfrage. Da Apple minimale Lagerbestände anstrebe, soll prompt die Produktion gedrosselt worden sein. Gerüchte kündigen an, dass Sharp die Produktion komplett einstellen wird. Wie viele iPad-Bildschirme als Minimum-Durchsatz der Fertigungsanlage gegenwärtig pro Tag hergestellt werden, ist nicht bekannt. Die Pressesprecherin Mizuki Nakayama von Sharp betonte in einer Pressemitteilung ausdrücklich, dass Sharp seine Produktionszahlen nicht veröffentlichen wird. Apple hat am letzten Freitag auf Nachfrage auch keinen Kommentar abgegeben.
Der Grund für das Zurückfahren der Produktion auf ein Minimum-Level ist nicht sicher: Möglich wäre ein saison-bedingter Rückgang der Nachfrage, Apples Wechsel zu einem anderen Hersteller, ein baldiges Update des gegenwärtigen iPad 4-Models oder einfach auch nur eine Umstrukturierung der Produktion auf das iPad Mini-Format. Laut Schätzungen der Marktforscher bei Macquarie Research sollen die Umsätze für das 9,7-Zoll-iPad im jetzigen Quartal im Vergleich zum vorherigen von 13 auf acht Millionen Geräte einbrechen. In Apples nächster Bilanz wird der Verlust aber nicht so drastisch ausfallen, da das iPad Mini sehr gefragt ist.
Die Gerüchte um stark sinkende iPad-Umsätze und umstrittene rückgängige Lieferungen des iPhone 5 und anderen Komponenten von asiatischen Zulieferern setzen die Apple-Aktie unter Druck. Letzte Woche ist der Wert zum ersten Mal seit einem Jahr wieder unter die 500-US-Dollar Marke abgesackt. Laut den Quellen von Reuters soll Apple bei Japan Display, Sharp und LG Display seine ursprünglich veranschlagten 65 Millionen iPhone 5 Bildschirm-Vorbestellungen für die ersten drei Monate von 2013 auf die Hälfte reduziert haben. Hinter den Verlusten auf dem Smartphone-Markt soll zunehmende Konkurrenz durch Samsung und Chinas Hersteller Huawei Technologies und ZTE stecken.
Neben Sharp bezieht Apple seine iPad-Bildschirme aber auch von Samsung und seinem Hauptlieferanten LG Display. Beide Firmen haben einen direkten Kommentar abgelehnt, aber Samsung Display, die Flachbildschirm-Abteilung von Samsung, bemerkte, dass ihre Bildschirm-Lieferungen zu Apple sich nicht geändert haben. Eine anonyme Quelle bei LG Display meldete, dass bei LG die Anzahl der iPad-Zulieferungen leicht sank, aber dies die übliche Korrektur dank der geringeren Nachfrage nach iPads im Quartal nach dem Weihnachtsboom ist. Analyst Shaw Wu bei Sterne Agee räumt ein, dass die Drosselung der Produktion bei Sharp in Japan auch nur die übliche Nach-Weihnachtskorrektur sein kann. Samsung in Korea gilt als der günstigste und schnellste Zulieferer für Apple und hat nach seiner Schätzung keine Einbußen zu vermerken. Wu fügt hinzu, dass der Gadget-Markt in der Weihnachtssaison Ende 2012 generell viel schwächere Umsätze als in den Vorjahren melden musste und nicht etwa nur die iPad-Nachfrage schrumpfte.
Apples Konkurrenz zum iPad ist in 2012 rapide angestiegen. Samsungs Galaxy und Microsofts Surface gewinnt Marktanteile bei größeren Tablet-Modellen, während das iPad Mini potentielle 9,7-Zoll iPad-Kunden abfängt und mit günstigeren kleinen Tablets von Google (Nexus) und Amazon konkurrieren muss. Die Analysten bei BNP Paribas schätzen, dass in diesem Quartal das iPad Mini 60 Prozent aller iPad-Verkäufe absahnen wird.
Für Sharp bedeutet die Drosselung der 9,7-Zoll-Bildschirm-Produktion für das iPad eine empfindliche Einbuße: Nach einem offiziellen Verlust von 5,6 Milliarden US-Dollar sah sich die Firma zu Umstrukturierungen gezwungen und hatte dazu neben Krediten von Microsoft und Mitsubishi auch Hypotheken auf ihre Fertigungsanlagen für Apples iPad- und iPhone-Bildschirme aufgenommen. Im Dezember handelte Sharp als weitere Not-Sanierungsmaßnahme einen 120-US-Dollar-Vertrag mit Qualcomm aus, womit die beiden Firmen gemeinsam die Entwicklung von neuen, energiesparenderen Bildschirmen ankurbeln wollen.
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