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"Shop different": Apple eröffnet eigene Ladenkette

16.05.2001 | 00:00 Uhr |

Mit zunächst 25 Filialen eröffnet Apple in den USA eine eigene Ladenkette. Bestehenden Vertriebskanälen will man damit keine Konkurrenz machen, sondern durch einen "Goldenen Standard" der Präsentation des Mac dessen Marktanteil mittelfristig verdoppeln.

Nach monatelangen Spekulationen hat Apple auch offiziell angekündigt, in den USA eine Ladenkette zu eröffnen. Die ersten beiden Fillialen werden in McLean, Virginia und Glendale, Kalifornien diesen Samstag eröffnen, 23 weitere werden landesweit in den nächsten Monaten folgen. Nach Plänen des Mac-Herstellers soll die Kette im Jahr 2002 weiter expandieren, man wolle, so Steve Jobs vor der in McLean versammelten Presse, jedoch zunächst abwarten, wie die ersten Läden laufen, bevor man den zweiten Schritt mache.

In erster Linie soll eine eigene Ladenkette dem Mac-Hersteller dabei helfen, seinen Marktanteil zu erhöhen. Diese liege laut Steve Jobs bei rund fünf Prozent, man habe weltweit etwa 25 Millionen Kunden. Zwar machten BMW und DaimlerChrysler bei Marktanteilen von 1,8 respektive 2,1 Prozent hervorragende Geschäfte, für Apple sei jedoch die entscheidende Frage, wie man die restlichen 95 Prozent des Computermarktes erreichen könne.

Marktforschungen hätten jedoch gezeigt, dass diese Masse einen Computer von Apple nicht einmal in Betracht ziehe, bevor sie sich "auf die Straße" mache, um einen Rechner zu erwerben. Man habe bei Apple keine Laufkundschaft und wolle nun genau diesen Umstand ändern. Wenn man nun in Verbindung mit einer intensiven Werbekampagne unter dem Motto "5 down, 95 to go" auch nur 5 der 95 "Nicht-Käufer" je Hundert dazu bringen könne, Apple-Kunde zu werden, hätte man den Marktanteil verdoppelt.

Apple-Retail-Stores sollen auch dem vielzitierten "digital lifestyle" dienen, indem Kunden dort die gelegenheit haben sollen, selbst die diesbezüglichen Vorzüge das Mac an aktuellen Geräten auszuprobieren und dort iMovies zu erstellen oder CDs zu brennen.

Als dritten Grund für die Eröffnung der eigenen Ladenkette nennt Jobs das Ziel, einen "Goldenen Standard" für den Verkauf von Macs zu schaffen. Die Apple-Retail-Stores sollen Konzepte entwickeln, wie man Produkte dem Kunden optimal präsentiert und verkauft, andere Reseller sollen diese Ideen aufgreifen können und selbst umsetzen. Gerne nehme man jedoch auch gute oder bessere Ideen von Resellern in das eigene Konzept auf. Als "Musterläden" sieht Steve Jobs die eigene Kette nicht als Konkurrenz für bestehende Verkaufstellen an, unter den bestehenden 3.000 Apple-Verkäufern in den USA machen die 25 Apple-Retail-Stores nur ein Prozent aus. Es gebe zudem keine Pläne, manche Produkte exklusiv in der eigenen Kette anzubieten, alles, was in den Handel gelange, sollen auch andere Reseller erhalten. "Unsere Strategie ist es nicht, unsere Reseller aus dem Geschäft zu drängen. Wir wollen mit ihnen Seite an Seite arbeiten. Wir denken, dass unsere Läden den Resellern eine Menge dabei helfen werden, die Präsenz der Mac-Plattform zu verstärken."

Der Schauplatz der Veranstaltung im Einkaufszentrum Tyson's Corner in McLean wählte Apple laut Steve Jobs deswegen, weil der dortige Apple-Laden als erste fertig gewesen sei. pm

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