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Sibelius 5: Erster Versionssprung unter Avid

14.06.2007 | 15:06 Uhr |

Das Notensatzprogramm Sibelius, seit 2006 in der Hand des Softwareherstellers Avid, nimmt die Hürde zur Version 5.

Eine Reihe von Grund auf neu entwickelter und erdachter Funktionen soll Komponisten, Musik-Studenten und -Schülern das Schreiben von Partituren leichter machen. Auch schaut die Software Synthesizern über die Schulter, unterstützt neue Instrumente und gibt Entworfenes besser wieder - nicht jeder vermag es wie Beethoven, taub zu komponieren.

Ein großer Schritt für Sibelius : Die neue Version 5 ist die erste, die unter der Regie von Avid erscheint, und so haben sich die Entwickler anscheinend besonders angestrengt, neben kleineren Erweiterungen auch eine Reihe ganz neuer Funktionen zu bieten.  

Panorama: Endlos komponieren

Viele Redakteure, Autoren und andere professionelle Schreiber ziehen einfache Editoren komplexen Textverarbeitungsprogrammen vor: Sie wollen sich auf den Text konzentrieren, nicht auf die Formatierung. Eine ähnliche Idee verfolgt die neue Panorama-Funktion in Sibelius. Der Komponist soll seiner Kreativität freien Lauf lassen und sich nicht von der Formatierung der Partitur ablenken lassen, so die Idee des Herstellers. Deshalb lässt er jetzt auf Wunsch in einem Endlosstreifen komponieren, in dem sich nach links und rechts scrollen lässt, ohne dass der Anwender durch virtuelle Pariturseiten blättern müsste. Um das Layout nämlich kümmert er sich erst am Ende, zumindest, sofern er das will. Denn der Wechsel zwischen beiden Ansichten ist mit einem Klick möglich. Notenschlüssel mit Angaben zur Tonart und zum Instrument sind stets am linken Rand der Panorama-Partitur sichtbar und ändern sich beim Scrollen dynamisch.  

Ideas Hub: Ein Zentrum für Einfälle

Der neue "Ideas Hub" ist eine Ideensammler, der an einem zentralen Ort schnelle Einfälle aufnimmt, verwaltet und organisiert. Das können Teile einer Melodie, ein Rhythmus, eine Basslinie und vieles mehr. Alle Ideen lassen sich mit Schlüsselwörtern und Farbcodes versehen und nach Instrumenten, Signaturen, Tonart und vielen weiteren Kriterien ordnen. Eine Suchfunktion sorgt fürs schneller Wiederfinden. Tonfolgen lassen sich direkt im Hub transponieren und in ein Werk einfügen, über eine Export-Funktion aber auch leicht mit anderen Musikern austauschen. Für Schüler, Studenten und alle, die die Funktion ausprobieren wollen, liefert der Hersteller bereits 2000 Ideenschnipsel mit.  

Neue Sounds

Taub komponieren ist nicht jedermanns Sache und was für visuell schaffende WYSIWYG (What You See Is What You Get) ist, müsste bei Notationsprogrammen eigentlich WYHIWYG heißen. Tut es nicht, Sibelius 5 hat hier aber dennoch deutlich mehr zu bieten als der Vorgänger: Im Lieferumfang enthalten ist zum Abspielen der Kompositionen die Bibliothek "Sounds Essentials". Sie ist zwei Gigaybte groß und enthält ausgewählte Sound aus den Bibliotheken Garritan Personal Orchestra, Garritan Jazz & Big Band, Garritan Concert & Marching Band und der Tapspace Virtual Drumline. Darüber hinaus verbessert der Hersteller aber auch die Zusammenarbeit mit Instrumenten von Drittherstellern: Die Software liest nun virtuelle Instrumentensammlungen im VST- und im Audio Unit-Format, darüber hinaus arbeitet sie nahtlos mit dem Kontakt Player 2 von Native Instruments zusammen. Die maximale Anzahl gleichzeitig gespielter Instrumente beschränkt die Software nicht, sie ist lediglich von der Leistung des Macs abhängig. Allerdings hat der Hersteller auch für schwachbrüstige Maschinen eine Lösung auf Lager: Auf Wunsch spielt Sibelius Kompositionen nicht in Echtzeit ab, sondern rendert sie und erstellt eine Audiodatei, die sich auch auf älteren Maschinen abspielen lässt - ohne zu knistern und zu hängen.  

...und mehr

Weitere Neuigkeiten in Sibelius betreffen das leichtere Erstellen, Kopieren und Verwalten zu wiederholender Abschnitte. Erweitert wurden die Layout-Funkionen und es gibt zahlreiche neue Werkzeuge. Hunderte von ihnen liegen als Plug-ins vor, die Anwendung von Plug-ins lässt sich nun rückgängig machen und lädt damit zum Experimentieren ein. Was alles neu ist, erklärt im Einzelnen eine 2,5 Megabyte große PDF-Datei . Sibelius 5 Professional liegt erstmals als Universal Binary vor, die 699 Euro teure Software spricht bislang nur Englisch, eine Demoversion steht zur Verfügung. Der deutsche Distributor M3C gibt als Verfügbarkeitsdatum den 2. Juli 2007 an, bei ihm erfährt man auch die Preise für Upgrades. Sytemvoraussetzung ist mindestens Mac OS X 10.4.

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