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Forscher können LTE-Netz ganzer Städte lahmlegen

16.11.2012 | 10:09 Uhr |

Mit minimalem Einsatz können Hacker große Gebiete vom LTE-Netz nehmen – zumindest zeitweise. Die Ausrüstung koste dabei nur rund 650 Dollar, sagen die Forscher.

Mit LTE surfen Sie unterwegs deutlich schneller als bisher – aber auch viel störanfälliger. Das will eine Forschergruppe der Universität Virginia Tech im Osten der USA herausgefunden haben. Für rund 650 US-Dollar sollen sich Angreifer die Ausrüstung besorgen können, mit der man relativ simpel ganze Städte vom LTE-Netz nehmen könne. „Stellen Sie sich einen Störsender vor, der in eine kleine Tasche passt und meilenweit das LTE-Signal deaktivieren kann“, verrät Jeff Reed, Direktor der Forschergruppe. Der Störsender lasse sich mit Batterien betreiben, ist also mobil. Gegen einen geringen Aufpreis könne der Angreifer das Störsignal verstärken und dann noch größere Gebiete vom LTE-Netz trennen.

Zwar funktionieren 2G- und 3G-Netze anschließend noch – doch werden diese in der Zukunft eine immer kleinere Rolle spielen und zurückgefahren werden, warnen die Forscher. Ihre Ergebnisse hätten sie bereits der National Telecommunications and Information Administration (NTIA) gemeldet, welche das Weiße Haus in Sachen Telekommunikation berate. Eine Antwort habe man jedoch noch nicht erhalten.

Darum ist LTE besonders anfällig

Zwar könne man jede Art der drahtlosen Übertragung stören, doch LTE soll besonders anfällig sein. Das liege daran, dass das LTE-Signal auf Kontroll-Instruktionen angewiesen sei und diese sollen weniger als 1 Prozent des ganzen Signals ausmachen. Ein Teil dieser Instruktionen enthalte die Zeit- und Frequenz-Synchronisation. Stört man diese, soll die Datenübertragung gar nicht zustande kommen. Es gebe noch sieben weitere solcher Schwachstellen, fügen die Forscher hinzu.

Natürlich braucht es nicht nur ein USRP (Universal Software Radio Peripheral) wie im Bild, um das LTE einer Stadt lahmzulegen. Es braucht auch tiefgehendes Wissen über den LTE-Standard. Das ist aber anders als etwa bei militärischer Technik frei im Internet verfügbar.

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