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Sicherheitsexperten und Hacker nehmen Mac-OS X unter die Lupe

06.07.2001 | 00:00 Uhr |

Obwohl Hacker erste Schwachstellen in FreeBSD, dem Kernel-Bestandteil von Mac-OS X gefunden haben, weist Apples neues Betriebssystem nach Ansicht von Experten nur geringe Sicherheitsmängel auf.

München/Macwelt - Der wachsendeBekanntheitsgrad des neuen Apple-Betriebssystem Mac-OS X ruft auch immer öfter Hacker und Sicherheitsexperten auf den Plan. So tauchen dann auch in entsprechenden Mailinglisten von Zeit zu Zeit vereinzelt erste entdeckte Schwachstellen im Unix-System aus Cupertino auf. Im April tauchte in dem Systembestandteil "Sudo" eine Sicherheitslücke auf: Das Programm wird von Systemadministratoren dazu verwendet, um Benutzer das Betreiben von eingeschränkten Applikationen zu ermöglichen. Betroffen war davon Unixversion FreeBSD und damit auch Mac-OS X, da FreeBSD Bestandteil dessen Betriebssystemkerns ist.

In den letzten Wochen berichteten einige Betatester, dass nach dem Update auf die letzte Version des Unix im Apple-Gewand einige Probleme bei der Verwaltung von mehreren Benutzern auftraten. So konnten User auf die Schreibtischdarstellung anderer angelegter Benutzer zugreifen und diese verändern.

Diese Schwächen von Mac-OS X spielen aber nach Ansicht der Experten aber so gut wie keine Rolle, da sich Apple mit seiner Marktstrategie im Moment nur auf des Desktopgeschäft konzentriert. Anders hingegen könnte es aussehen, wenn die Führungsspitze mit der neuen Serverlösung auch andere Märkte ansteuern möchte. Apple besitzt im Moment vom Servermarkt nur einen geringen Anteil von etwa einem Prozent.
Nach Ansicht von Robert Watson, Entwickler von Sicherheitslösungen bei Network Associates, wird Mac-OS X für viele Unternehmen und Sicherheitsexperten richtig interessant werden, je weniger Sicherheitsmängel darin entdeckt werden.
Laut Bill Evans, Sprecher des Mac-Herstellers, nehme die Jobs-Company Sicherheitsprobleme schon immer ernst. Um diese Behauptung zu beweisen, führt Evans an, dass Mac-OS X in seinen Standardeinstellungen zusätzliche Services wie File Sharing oder den Webserver, deaktiviert hat. Microsoft und Linux-Firmen hätten hingegen erst kürzlich damit begonnen, diese möglichen Angriffsziele zu schließen. Nach Ansicht von Watson sollte man aber nicht davon ausgehen, dass absolute Sicherheit von Anfang an zentraler Entwicklungspunkt bei Apple sei. Der Erfolg eines Betriebssystems hinge seiner Meinung nach von Preisgestaltung und Funktionalität ab. Sicherheit sei für den Verbraucher ein Kriterium, dass für ihn erst mit der Zeit an Relevanz gewinnt. Dies zeigten in der Vergangenheit die Beispiele von Sun, IBM und HP. mh

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