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Sicherheitsexperten warnen vor Facebook Home

10.04.2013 | 06:35 Uhr |

Sicherheitsexperten empfehlen Unternehmen, den Gebrauch von Android-Handys mit der erst letzten Woche vorgestellten App Facebook Home in ihren Netzen zu verbieten.

Facebook Home übernimmt auf Android-Handys die Kontrolle über die Benutzeroberfläche, die Bedienung des Telefons ist um die Facebook-App herum konzipiert. Aufgrund nicht eabschätzbarer Sicherheitsrisiken sollten Firmen, die das Mitbringen von eigenen Kommunikationsgeräten in die Büros gestatten, Facebook-Home-Smartphones von ihrer BYOD-Policy (Bring Your Own Device) ausnehmen, empfiehlt etwa der Sicherheitsexperte Chester Wisniewski von Sophos.

Das erste Problem sei die Ungewissheit, außerhalb von Facebook hat noch keiner die App in Aktion gesehen. "Allein, weil wir es nicht kennen, entsteht daraus ein größeres Sicherheitsrisiko," meint etwa der Analyst Jack Gold von J. Gold Associates. Die Basis sei zwar Android, doch wisse man nicht genau, was Facebook damit angestellt habe. Selbst wenn die App hundertprozentig sicher wäre, haben Unternehmen ein Interesse daran, die Nutzung von Facebook in ihren Firmennetzen untersagen zu können. Allein die Natur der App und des damit ausgestatteten Handys machen es den Anwendern leicht, Informationen absichtlich oder versehentlich weiter zu geben - auch solche, die nichts außerhalb der Büroräume verloren haben, warnt etwa der IDC-Analyst John Grady. Selbst dem vorsichtigsten Angestellten könnten fatale Fehler dieser Art unterlaufen - die meisten Lecks entstehen aus Versehen.

Vor allem bestehen aber Zweifel an der Sicherheit der Konstruktion. Schon die Android-Plattform ist ein beliebtes Ziel von Cyberkriminellen, Links zu Malware lassen sich  über Facebook gut verbreiten – die Sicherheit nimmt damit weiter ab. Nicht zuletzt warnt Wisniewski vor dem Missbrauch eines verlorenen oder gestohlenen Facebook-Home-Handys. Der Finder oder Dieb könnte im Namen des Besitzers dessen Reputation schädigende Statusmeldungen erstellen - womöglich gar im vermeintlichen Namen des Arbeitgebers.

Facebook habe als Zielgruppe zwar nicht in erster Linie Business-Anwender im Visier, Unternehmen sollten aber bei der Erlaubnis von privater Smartphonenutzung auf ihre Regelungen achten und sie gegebenenfalls anpassen, meint Grady weiter.

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