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Sicherheitsrisiko iPod?

05.08.2004 | 14:46 Uhr |

Mobile Massenspeicher wie iPod und MP3-Sticks sind auch für Datenräuber zu leicht zu handhaben.

Wegsperren ist keine Lösung.
Vergrößern Wegsperren ist keine Lösung.
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Wenn der Banktresor offen steht, ist der Laster schuld an den verschwundenen Millionen. Unlogisch, nicht wahr? Aber der gleichen Denke folgt mittlerweile so mancher Experte oder Analyst, und fordert, die Mitnahme von Speichermedien insbesondere den iPod in Unternehmen zu unterbinden.

Eigentlich ist das Ganze ein altes Thema auf einem ziemlich abgetrampelten Holzweg, doch wird immer wieder gerne mit neuen Speichertypen wie den iPod aufgefrischt . Denn die Möglichkeit des Datendiebstahls gibt es, seit es Speichermedien gibt. Selbst eine alte 5 1/4-Zoll-Diskette reichte bei den damaligen begrenzten Kapazitäten schon aus, um unternehmenskritische Daten in der Arbeitsmappe oder Butterdose erst nach Hause und später zur Konkurrenz mitzunehmen. Auch wenn sich seitdem die mobilen und stationären Speichermöglichkeiten vervielfacht haben, bedeutet das nicht gleichzeitig, dass sich auch die Größe der sensiblen Firmeninformationen in gleicher Weise mitentwickelt haben. So versetzten vor kurzem zwei verschwundene Disketten eines US-Atomlabors die Weltöffentlichkeit in Schrecken, weil ihr Sprecher diesen Verlust als "sehr ernst" einstufte. Zwei Disketten - kein voller iPod.

Das Problem liegt nicht am Speichermedium, sondern den offenen Schnittstellen, die es ermöglichen USB-Sticks, iPods oder andere Flash-Karten an Computer mit solch kritischen Daten anzuschließen. Statt einem "Türsteher", der die Mitarbeiter nach solch digitalen Teufelszeugs durchsucht, sollte so ein Unternehmer lieber in seinen Hausmeister oder Administrator investieren. Denn erstens sollte nicht jeder Zugang zum Server-Raum haben und wenn er sich den legal oder sonst wie beschafft, das Anschließen von Wechselmedien per Betriebssystem-Konfiguration unterbunden sein.

Doch vollständige Sicherheit gibt es nie. Wenn es jemand bei Industriespionage richtig drauf anlegt, dann scheut er sich auch nicht vor dem Ausbau ganzer Festplatte. Ist nicht ganz so elegant, aber ähnlich effektiv.

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