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Siemens und Toshiba entwickeln gemeinsam UMTS-Handys

07.11.2000 | 00:00 Uhr |

Siemens und der japanische Toshiba-Konzern
entwickeln gemeinsam UMTS-Handys. Ein entsprechender Vorvertrag sei
jetzt unterzeichnet worden, teilte die Siemens AG (Berlin/München) am
Dienstag mit. Durch kürzere Entwicklungszeiten wolle man sich bei der
neuen Handy-Generation eine der führenden Position auf dem Weltmarkt
sichern. Die ersten Mobiltelefone der dritten Generation sollen
Anfang 2002 ausgeliefert werden. Siemens strebt nach Angaben eines
Sprechers beim UMTS-Handys einen Weltmarktanteil von 15 Prozent an.

Die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens mit Toshiba sei
derzeit nicht geplant, betonte der Sprecher. Auch die Vermarktung der
gemeinsam entwickelten Mobilfunkgeräte solle getrennt erfolgen.
Derzeit arbeiteten bei Siemens 4 000 Ingenieure und Entwickler im
Konzern an der neuen UMTS-Technologie. Bis 2004 sollen jährlich 800
Millionen Euro in Forschung und Entwicklung von UMTS bei
Netztechnologie und Endgeräten investiert werden.

In Deutschland hatten im August sechs Unternehmen und
Konsortien bei einer spektakulären Auktion für insgesamt knapp 100
Milliarden DM UMTS-Lizenzen ersteigert. Erst kürzlich wurden auch in
Italien und Österreich die Lizenzen vergeben. Damit UMTS zum Geschäft
wird, arbeitet die Industrie mit Hochdruck an Plänen, um rechtzeitig
mit Endgeräten auf den Markt zu sein. Siemens und Toshiba wollen
unter anderem Handys entwickeln, mit denen Videoübertragungen möglich
sind.

Siemens zählt sich zu den sechs größten Handy-Herstellern der
Welt. Der Weltmarktanteil liegt bei sechs Prozent. In Europa liegt
das Unternehmen auf Rang drei, in Deutschland ist Siemens nach
eigenen Angaben Marktführer. Im vergangenen Jahr verkaufte das
Unternehmen insgesamt elf Millionen Mobilfunkgeräte. Im laufenden
Jahr sollen mindestens 25 Millionen Handys abgesetzt werden. Toshiba
nimmt den zwölften Rang unter den internationalen Handy-Herstellern
ein und hatte im vergangenen Jahr rund sechs Millionen Stück
verkauft. Durch die Kooperation wollen die beiden Konzerne nun zu den
Marktführer wie Nokia, Motorola und Ericsson aufschließen.
dpa

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