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Siemens will mit Internettechnik Spitzenposition ausbauen

08.02.2000 | 00:00 Uhr |

Siemens setzt beim Ausbau seiner Position als die
weltweite Nummer eins bei Telekommunikationsnetzen noch stärker auf
die boomende Internettechnik. Die Neuausrichtung habe bereits im
ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 1999/2000 (30.
September) bei Informations- und Kommunikationsnetzen zu einem
deutlichen Anstieg des Auftragseingangs im In- und Ausland um mehr
als ein Viertel geführt, sagte Anthony Maher, Vorstandsmitglied
dieses Siemens-Bereichs, am Dienstag in München. Aufträge in
Millionen-Umfang habe Siemens von der Deutschen Telekom und der
Portugal Telecom erhalten.

Siemens wird an die Deutsche Telekom für rund 200 Millionen DM
über mehrere Jahre moderne Breitbandtechnik liefern, die es
ermöglicht mit höheren Geschwindigkeiten auf das Internet, auf
Firmennetze oder Service-Provider zuzugreifen. Der gegen
internationale Konkurrenz erkämpfte Auftrag in Portugal über die
Lieferung von Internetprotokoll-Technik sei sowohl für die dortige
Telekom-Gesellschaft als auch für Siemens von strategischer
Bedeutung. «Portugal kann sich damit an die Spitze der Anbieter von
neuen Internet-Diensten für den professionellen Markt setzen», sagte
Maher.

Weltweit dürfte der Durchbruch in der Internet-Technik aber erst
in den kommenden Jahren bevorstehen. Das gelte auch für das
Telefonieren via Internet mit derselben Sprachqualität wie über das
herkömmliche Leitungsnetz. Den Portugal-Auftrag hat die neue Siemens-
Gesellschaft Unisphere Solutions Inc (Burlington/Massachusetts)
gewonnen, die auf konvergente Sprach-, Daten- und Internet-Lösungen
spezialisiert ist. Branchenkenner rechnen mit einem Börsengang der
US-Tochter noch in diesem oder im nächsten Jahr.

Bei den Informations- und Kommunikationsnetzen will Siemens
schneller als der Markt wachsen, der jährlich um mehr als zehn
Prozent zulege und den Prognosen zufolge bis 2004 rund 600 Milliarden
DM erreichen werde, sagte Maher. Im vergangenen Geschäftsjahr 1998/99
sei die Umstrukturierung des Unternehmensbereichs Informations- und
Kommunikationsnetze mit einem Jahresumsatz von 24 Milliarden DM und
60 000 Beschäftigten abgeschlossen worden. Rund vier Milliarden DM
stecke Siemens dabei in die Forschung und Entwicklung.
dpa

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