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Singles kaum noch gefragt, mehr Alben verkauft

19.08.2003 | 14:42 Uhr |

Singles lassen sich kaum noch verkaufen, während Alben immer beliebter werden, hat die British Phonographic Industry anhand ihrer Verkaufszahlen des letzten Quartals herausgefunden.

Dabei macht laut der britischen Zeitschrift Mac User der Verband nicht nur das Internet für den Einbruch von 41 Prozent beim Singleverkauf verantwortlich, auch die geschrumpfte Preisdifferenz zwischen Singles und Alben ist Grund für den Umsatzeinbruch. Während im Vereinten Königreich Singles durchschnittlich 5 Pfund (etwa 7 Euro) kosten, sind Alben bereits für 9,80 Pfund zu erhalten. Die Folge: Die Verkäufe von Langspielplatten sind auf ein Allzeithoch gestiegen, zuletzt um 12 Prozent auf 228 Millionen Einheiten. Die ehemaligen Singlekäufer vermutet man in Tauschbörsen und kostenpflichtige Online-Dienste abgewandert, die Zahlen der britischen Musikindustrie untermauern die Argumentation der Download-Befürworter, nachdem viele Teilnehmer sich einzelne Tracks herunterladen und sich bei Gefallen dann das ganze Album kaufen.
Ab herbst will der britische Phonoverband bei Ermittlung der wöchentlichen Single-Charts auch die Menge der legalen Downloads berücksichtigen.
Auch in Deutschland zeigt die Krise der Musikbranche zahlreiche Facetten. So konnte die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) in ihrem Geschäftsjahr 2002 einen Rekordertrag vermelden. Die Gesamterträge der Verwertungsgesellschaft stiegen im Jahr 2002 auf 812,5 Millionen Euro gegenüber 810,5 Millionen Euro im Jahr 2001. Den spürbaren Rückgang im Tonträgerbereich konnte die GEMA mit Einnahmen aus anderen Geschäftsfeldern, vor allem den Einnahmen bei Live-Musikaufführungen kompensieren. Von ihren Einnahmen hat die GEMA 693,8 Millionen Euro (2001: 692,6 Millionen Euro) wieder an ihre angeschlossenen Mitglieder ausgeschüttet.

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