2197804

Was Siri auf dem Mac können soll

20.05.2016 | 08:53 Uhr |

Erste Screenshots zeigen die Mac-Version von Siri, eine Patentschrift liefert Hinweise auf neue Funktionen.

Apples Sprachassistent Siri blieb bisher iOS-Geräten vorbehalten, eine Mac-Version soll aber in Kürze erscheinen. Erste Bildschirmfotos der Mac-Version hat jetzt Macrumors veröffentlicht, bald soll man auch seinen Mac per „Hey Siri“ Sprachbefehl steuern  können. Laut der Mac-Seite ist Siri noch in einer frühen Entwicklungsstufe, während der Entwicklerkonferenz WWDC im Juni gibt es aber wohl einen ersten Einblick.

Ein entsprechendes Patent hat Apple bereits 2014 zugesprochen bekommen – in der Zwischenzeit hat Microsoft den Sprachassistenten Cortana in Windows 10 integriert, Amazon das System Echo vorgestellt und das Apple TV eine Siri-Fernbedienung bekommen. Die Vermutung liegt nahe, dass Apple nicht ohne Grund so lange braucht und mehr plant, als eine Sprachbedienung für Spotlight oder die Möglichkeit, ein Programm per Sprachbefehl zu starten: Das erwähnte Patent von 2014 ist mit 92 Seiten allerdings sehr umfangreich und lässt viel Raum zu Spekulationen. Der Assistent residiert danach im Dock, bis der Nutzer ihn per Sprachbefehl oder Touchbewegung aktiviert. Anders als am iPhone und iPad ist anscheinend der Sprachassistent als zusätzliches Eingabegerät gedacht, das Tastatur und Maus ergänzen soll. So hilft ja Siri beim Apple TV bereits beim Ausfüllen von Passwörtern oder komplexen Suchanfragen.

Die Patentschrift zeigt auch einige Skizzen der Siri-Bedienung.
Vergrößern Die Patentschrift zeigt auch einige Skizzen der Siri-Bedienung.

Neben den üblichen Funktionen, die vom iPhone bekannt sind, könnte Siri den Finder ergänzen oder gar ersetzen. So beschreibt das Patent neben der Suche nach Dateien auch die Sortierung der Ergebnisse. Man würde dann etwa Siri auffordern „Siri: Liste alle PDFs im Ordner auf und sortiere sie nach Datum“ – Alles Optionen, die bisher der Finder erledigt hat. Siri könnten außerdem einige Drag-and-drop-Operationen unterstützten. Die Auswahl der zu bearbeitenden Dateien erfolgt laut Patentschrift per Drag-and-drop auf das Siri-Symbol. Man zieht also per Maus mehrere Pages-Dokumente auf das Siri-Symbol und erklärt dann Siri, was mit den Dateien geschehen soll: Diese zusammenfügen, vergleichen, ausdrucken, sortieren und mehr. „Siri, Vergleiche die beiden Dokumente“ und „Siri, Drucke drei Kopien aus.“ Bis auf den Mac Mini und den Mac Pro bieten alle Macs bereits ein integriertes Mikrofon, möglicherweise eignet sich ja auch die Siri-Fernbedienung des Apple TV für Eingaben? Eine Integration in das Betriebssystem ist aber wohl erst im kommenden OS X zu erwarten.

Warum Siri hinterher hinkt : Unsere Macworld-Kollegin Caitlin McGarry war anscheinend von der Vorstellung des neuen Sprachassistenten Google Assistant derart beeindruckt, dass sie Siri mittlerweile für ein überholtes Werkzeug ohne große Entwicklungsperspektive hält. Warum könne Siri nicht selbstständig ein Taxi rufen und bezahlen oder Konzertkarten kaufen? Es wären sogar ausreichend Daten auf dem iPhone gespeichert. McGarry liefert die Antwort selbst: Es sind Apples hohe Anforderungen an den Datenschutz, der bisher auch eine Siri-API verhindert hat. Persönliche Daten und Fragen an Siri trennt Apple strikt, der Konzern ist schließlich anders als Google nicht daran interessiert, die Daten seiner Kunden zu verkaufen.

0 Kommentare zu diesem Artikel
2197804