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Skandal um Aktienoptionen zeigt die Bedeutung von Jobs für Apple

09.03.2007 | 13:45 Uhr |

Wie der Ärger um rückdatierte Aktienpptionen zeigt, kann es wohl keine schlechtere Nachricht für Apple geben, als wenn sich Apples CEO aus dem Unternehmen zurückzöge.

Apples Problem mit rückdatierten und nicht ordnungsgemäß verbuchten Aktienoptionen zeigt, wie sensibel die Börse auf negative Schlagzeilen reagiert, die Steve Jobs betreffen.

Großen Ärger bekamen in den letzten Monaten fast 200 Unternehmen aus der Technologiebrache. Sie hatten Angestellten Optionen ausgestellt, das Datum aber zurückdatiert.

Mit einem Optionsschein erhält der Käufer das Recht, eine Aktie zu einem bestimmten Kurs zu kaufen. Steigt der Kurs der Aktie, gewinnt man den Betrag, um den die Aktie gestiegen ist. Bei den Fällen mit zurückdatierten Aktien erhielt der erfolgreiche Manager eine Aktienoption nicht zum Tageskurs, sondern zu einem Datum, an dem die Aktie niedriger stand. Im einem beim Hersteller von Securitysoftware McAfee dokumentierten Fall machte etwa ein einziger Tag einen Unterschied von über 700 000 US-Dollar aus.

Der Finanzwelt fern stehenden Menschen klingt diese Methode anrüchig, ist sie rechtlich aber nicht. Die Unternehmen hatten allerdings die Ausgabe zurückdatierter Aktien nicht offen gelegt und nicht in der Bilanz ausgewiesen. Durch die Zurückdatierung werden jedoch die Anteilseigner des Unternehmens getäuscht und auch finanziell geschädigt - ein Fall für die US-Börsenaufsicht SEC. Problematisch ist etwa, dass das Risikoelement an dieser Bezahlung nur vorgetäuscht wird, wodurch die Kosten der Optionen weiter verschleiert werden. So ist der Wert eines Optionsscheines von verschiedenen Faktoren abhängig und entspricht je nach Zeitwert etwa dem Drittel einer Aktie.

Aktienoptionen als Zahlungsmittel

Optionen sind in einem Aktienunternehmen ein wichtiges Mittel für die Motivation von Mitarbeitern und die Bindung an das Unternehmen.

Zuständig für die Bearbeitung dieser Unregelmäßigkeiten ist die bekannte Bundesbehörde Securities and Exchange Commission (SEC), die in den USA den Wertpapierhandel überwacht und im Interesse der Aktionäre streng auf die ausreichende Information durch die Unternehmensführung achtet.

Dass neben Apple auch zahlreiche andere Firmen der inkorrekten Buchung von Aktienoptionen beschuldigt sind, ist keine Entschuldigung für den Mac-Machersteller. Apple ist jedoch nicht allein mit seinem Bilanzierungsproblem: Jüngst musste auch der Blackberry-Hersteller RIM Unregelmäßigkeiten zugeben und seine Bilanzen berichtigen.

Die SEC untersucht im Zusammenhang mit Optionen an Apple-CEO Steve Jobs konkret einen Vorfall aus dem Dezember 2001. Apples CEO bekam 7,5 Millionen Aktienoptionen zum Kurs mit dem Stichtag 18. Oktober übertragen – fünf Tage vor der iPod-Premiere. Apples Rechtsabteilung dokumentierte nachträglich eine fiktive Konferenz vom 19. Oktober, auf der der Aufsichtsrat die Optionen gewährt haben soll: Eine klare Fälschung. Die Rückdatierung der im Dezember gewährten Optionen auf ein Datum im Oktober erhöhte deren Wert um 15 Prozent.

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