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Nokias Aktionäre haben Plan B

15.02.2011 | 16:45 Uhr |

Eine kleine Gruppe von Nokia-Aktionären hat gestern in einem offenen Brief eine alternative Strategie zur Firmenentwicklung vorgeschlagen.

Die radikalen Methoden von Nokia-CEO Stephen Elop gefallen offenbar nicht jedem: Einige Mitarbeiter und Aktionäre rufen zum Widerstand gegen die Fusionspolitik mit Microsoft auf. Die Veröffentlichung zielt auf die Hauptversammlung der Aktionäre im Mai. Die neun nicht namentlich genannten Urheber propagieren drastische Maßnahmen, falls sie am 3. Mai im Aufsichtsrat die Mehrheit der Stimmen bekommen: Mit sofortiger Wirkung werde Stephen Elop als CEO und Präsident bei Nokia entlassen. Der Konzern würde sich auf die Entwicklung von hauseigenen Plattformen MeeGo und Symbian konzentrieren. Die Fortführung der Zusammenarbeit mit Microsoft werde abhängig vom Erfolg einiger weniger Smartphones mit Windows Phone 7 entschieden. Die Ausrichtung auf den nordamerikanischen Markt werde aufgehoben und stärkere Konzentration auf die europäische Märkte propagiert.

Außerdem kritisieren die Plan-B-Urheber die derzeitige Personalpolitik bei Nokia. Sie bezeichnen Auslagerung und geographische Distribution bei wichtigen Projekten als ineffektiv und bürokratisch, stattdessen wird eine Konzentration auf dem Standort Finnland vorgeschlagen.

Microsoft und Nokia haben ihre Zusammenarbeit erst letzte Woche angekündigt . Der angeschlagene Handy-Hersteller sucht Auswege aus der Krise, indem er sich Zurückeroberung der Marktanteile verspricht. Für Microsoft dürfte die Kooperation mit Nokia auch Perspektiven öffnen: Einige Analysten betrachten diese Allianz als ersten Schritt Microsofts zum Kauf der finnischen Firma. Somit wird Microsoft wieder eine ernsthafte Konkurrenz auf dem Smartphone-Markt, den zur Zeit Apple mit iPhone und iOS und Google mit Android in den letzten Jahren kräftig aufgemischt haben.

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