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Palm stellt Palm-OS ein und setzt auf Web-OS

16.02.2009 | 06:43 Uhr |

Nur das Palm Centro wird noch mit Palm-OS ausgeliefert. Palm hofft mit der Umstellung die Anzahl der Software-Entwickler für seine Plattform von 30 000 auf 10 Millionen zu erweitern.

Palm Pre Web OS
Vergrößern Palm Pre Web OS

Palm stellt die Verwendung seines Betriebssystems Palm-OS ein. Nur das derzeitige Centro Smartphone wird noch unter Palm-OS laufen, kündigte Palms Geschäftsführer Ed Colligan am letzten Mittwoch auf einer Investoren-Konferenz in San Francisco an. In Zukunft will Palm ausschließlich auf sein neues Betriebssystem Web-OS setzen oder Windows Mobile unterstützen.

Palm schätzt dass bisher zirka 30 000 Software-Entwickler unter Palm-OS ungefähr 100 000 Anwendungen schrieben. Colligan hofft mit dem Umstieg auf Web-OS weltweit bis zu 10 Millionen Software-Entwickler zum Einstieg zu bewegen.

Vorteile von Web-OS vs. Palm-OS

Entwickelt wurde Web-OS für Palms Pre Smartphone , aber Colligan gab auf der Konferenz keine weiteren Details preis. Er wiederholte dort lediglich, dass jeder mit Grundkenntnissen in CCS (Cascading Style Sheets), Javascript und HTML Anwendungen für Web-OS schreiben kann. Im Januar hat Palm für eine handverlesene Auswahl von Entwicklern eine Vor-Version des Web-OS Mojo Anwendungs- Framework und Mojo Software-Entwicklungs-Kit freigegeben. Gemäß der Webseite von Palm unterstützt Web-OS HTML 5 und lokale Datenspeicherung (d.h. die Anwendung und Daten sind offline einsetzbar). Ein Entwickler hat bestätigt, dass hier ein Linux Dateisystem eingebaut wurde. Außerdem wird in Web-OS ein Nachrichtensystem, ein sogenannter Message-Bus, basierend auf JSON (Javascript Object Notification) eingesetzt. Dieses Text-basierte Datenaustauschformat ersetzt XML zur Einbindung von Geräte-Diensten und -Funktionen.

Web-OS hört sich nach Browser-basierter Anwendung an, aber alle Web-OS Anwendungen werden auf dem Palm Pre installiert und dort ausgeführt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Anwendungen werden zur Porgrammentwicklung aber nur Web-Grundlagen vorausgesetzt, und nicht komplexe Programmiersprachen wie C oder Java. Der große Vorteil ist somit, dass viele Entwickler sehr schnell auf Web-OS umsteigen und erfolgreich Anwendungen schreiben können.

Vorteile und Grenzen des Mojo SDKs

Das Mojo Software-Entwicklungs-Kit (SDK) unterstützt den Entwurf von Benutzeroberflächen, Datenspeicherung und die Interaktion von Daten und Anzeige-Elementen. Damit ist es für fast alle Programme ideal zugeschnitten, lobt Tom Conrad, technischer Direktor von Pandora Internet Radio, in einem Interview mit Palminfocentre.com im Januar. Die Ausnahmen sind komplexe, ausgefeilte Spiele.

Das Mojo SDK soll in der zweiten Hälfte von 2009 für alle Entwickler verfügbar sein. Code-Beispiele, Dokumentation und Entwicklungs-Werkzeuge wie zum Beispiel eine Eclipse-basierte Entwicklungsumgebung. ("Eclipse" ist eine Open-Source Softwareentwicklungs-Plattform, die durch Plug-Ins komplexe Programmiersprachen wie Java, C, C++, Pearl usw. integriert.)

Features von Web-OS für Palms Pre Smartphone

Das Smartphone Palm Pre soll nur der Vorreiter einer Reihe von Palm-Produkten mit Web-OS sein. Palms Geschäftsführer Ed Colligan deutete an, dass weitere Entwicklungen aber noch eine Weile auf sich warten lassen werden. "Alle Kapazitäten werden derzeit bei Palm eingesetzt, um Palm Pre mit Web-OS und SDK marktreif zu gestalten," beschreibt Colligan.

Palm hat im Januar sein Palm Pre auf der CES in Las Vegas zum ersten Mal öffentlich vorgestellt. Im Gegensatz zu Apples iPhone unterstützt Pre wie Googles Android mit Web-OS echtes Multitasking, d.h. mehre Programme laufen parallel und werden im Hintergrund weiter ausgeführt.

Als weitere Schlüsselfunktion von Web-OS wurde Synergy vorgestellt, ein Programm zum Zusammenfassen von Daten aus verschiedenen Quellen, wie zum Beispiel mehreren Kalendern oder Adressbüchern. Beim Aktualisieren eines Eintrags auf dem Palm Pre synchronistiert Synergy diesen dann automatisch mit allen online verfügbaren Anwendungen. Wie unter Palm-OS sind auch unter Web-OS die Nachrichten-Dienstprogramme verknüpft, d.h. ein Gespräch kann zum Beispiel via SMS eröffnet und dann mit Instant Messenger weitergeführt werden.

Obwohl Web-OS auf weit verbreiteten Web-Standards beruht, ist das Betriebssystem keine Open-Source-Software. Colligan bestätigte, dass Palm nicht plant, Lizenzen zu vergeben. Statt dessen "arbeitet Palm konzentriert an einer integrierten Komplett-Lösung für seine Kunden", berichtet Colligan.

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