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Motorola päppelt Handygeschäft auf

21.06.2010 | 07:00 Uhr |

Motorola hat mit seiner kränkelnden Handysparte große Pläne.

Motorola RAZR rv3xx
Vergrößern Motorola RAZR rv3xx

Im Zuge der bevorstehenden Aufspaltung des Konzerns will die Unternehmensführung den Zweig nach Informationen des "Wall Street Journal" finanziell üppig ausstatten. Zuerst plane Motorola, seine Schulden zurückzuzahlen, schrieb die Zeitung am Freitag. Das verbleibende Geld solle dann in das Handygeschäft gesteckt werden - geschätzte 3 bis 4 Milliarden Dollar.

Vor einigen Monaten hätte ein solcher Schritt noch Kopfschütteln ausgelöst. Doch nach langer Durststrecke hat Motorola in den letzten Monaten sichtbare Erfolge mit der Fokussierung auf die boomenden Smartphones erzielt. Zwar verlor das Handygeschäft im ersten Quartal immer noch Geld, doch bei weitem nicht mehr so viel wie früher. Motorola setzt auf der Betriebssystem "Android" von Google.

Um gegen die starke Konkurrenz wie Apple mit seinem iPhone oder den Blackberrys von RIM bestehen zu können, soll die Sparte laut "Wall Street Journal" weitgehend unbelastet aus der Aufspaltung hervorgehen. Demnach soll der gewinnbringende Teil des Konzerns, das Geschäft mit Firmenkunden, etwa die Pensionslasten tragen. Motorola stellt unter anderem Barcode-Scanner, Funketiketten-Lesegeräte, Rundfunktechnik, Sicherheitssysteme und Handy-Netztechnik her.

Eine Motorola-Sprecherin wollte den Zeitungsbericht nicht kommentieren. Die Handysparte verbrannte in den vergangenen drei Jahren fünf Milliarden Dollar, weil Motorola an den einstigen Erfolg seines Modells Razr nicht anschließen konnte. In der Wirtschaftskrise brachen die Verkäufe dann endgültig ein. Neben Handys stellt der Konzernteil auch Empfangsgeräte für Kabelfernsehen her.

Motorola hatte über die Jahrzehnte ein Sammelsurium an Produkten angehäuft. Mit der Aufspaltung in zwei Teile sollen diese sich freier am Markt bewegen können. Anfang kommenden Jahres will Motorola die Vorbereitungen für die Trennung abgeschlossen haben. Beide Unternehmen werden dabei den Namen Motorola weiter nutzen. (dpa)

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