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Snowden bedenkt Rückkehr in die USA

08.10.2015 | 14:18 Uhr |

Seit zwei Jahren genießt Whistleblower Edward Snowden Exil in Russland. Eigentlich will er wieder zurück in die USA. Doch das ist schwieriger, als gedacht.

Edward Snowden zu Folge habe er mehrmals das Angebot ausgesprochen, in den USA ins Gefängnis zu gehen. Momentan befindet sich Snowden noch im russischen Exil, wo er bisweilen auf eine klare Antwort der US-Regierung wartet.
 
In Moskau bestätigte Snowden in einem Interview mit der britischen BBC seine Absichten:
„Ich habe der Regierung viele Male angeboten  ins Gefängnis zu gehen. Allerdings werde ich mich nicht als Abschreckung für jene präsentieren lassen, welche die Chance haben, in schwierigen Situationen das Richtige zu tun.“ Eine eindeutige Lösung mit beiderseitigem Einverständnis gibt es noch nicht. „Bislang hat man mir lediglich gesagt, dass man mich nicht foltern wird. Das ist zumindest ein Anfang. Viel weiter sind wir bisher aber noch nicht gekommen.“

 
Auf die Frage, ob Snowden und seine Anwälte aktiv an einem Deal mit der Regierung arbeiten, antwortete Snowden: „Wir warten immer noch auf einen Rückruf.“ Auch wenn sich die US-Regierung bisher nur sehr vage zu Snowdens Vorschlag geäußert hat, werden die Stimmen von vielen Autoritätspersonen lauter, die sich für ein offenes Gespräch mit Snowden aussprechen.
 
Der ehemalige US-Justizminister Eric Holder sorgte zuletzt im Juli für Aufmerksamkeit, als er „Yahoo News“ verriet , dass für das Justizministerium die „Möglichkeit besteht“, einen Deal auszuarbeiten, um die Rückkehr Snowdens in die Staaten zu ermöglichen. Bezüglich Holders Aussage verdeutlichte gleichzeitig das Justizministerium, dass sich dessen Einstellung zu den Vorfällen nicht verändert habe und Snowden sich bei einer Rückkehr mit einem strafrechtlichen Prozess konfrontiert sehen müsse.
 
Snowden weiß um die rechtlichen Konsequenzen sehr gut Bescheid. „Unabhängig davon, ob es richtig oder falsch ist, macht sich jeder strafbar, der geheime Informationen jeglicher Art an die Öffentlichkeit trägt. Es ist noch nicht mal erlaubt vor Gericht seine Motivation zu erläutern, warum man so gehandelt hat. Die Frage ist ganz einfach: „Haben Sie Informationen verraten?“ Wenn ja, landet man für den Rest seines Lebens im Gefängnis.“
 
Laut CNN bereut Snowden seine früheren Entscheidungen keineswegs. „Ich bereue lediglich, dass ich nicht schon früher damit an die Öffentlichkeit gegangen bin. [...] Ich habe meinen Preis dafür bezahlt, aber ich kann mit den getroffenen Entscheidungen leben. Falls ich morgen sterben sollte, bin ich dankbar für das, was ich hatte. Ich fühle mich gesegnet.“ Snowden verurteilt trotz seiner ungewissen Zukunft die illegale Massenüberwachung und begrüßt jeden Schritt, der dagegen unternommen wird.

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