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So betont Apple den Datenschutz

29.09.2015 | 14:59 Uhr |

Mit iOS 9 bietet Apple noch mehr Datenschutz, wie das Unternehmen ausführlich erläutert. Kundendaten will man nicht zu Geld machen.

Apple nimmt Datenschutz sehr ernst, was von Apples CEO Tim Cook immer wieder bekräftigt wird. So findet sich auf der Seite apple.com/de/privacy ein offener Brief des Apple-Chefs. Einige neue Unterseiten zu diesem Thema geben seit kurzem einen ausführlichen Überblick über Apples aktuelle Datenschutz-Methoden und erläutern, wie man seine Daten schützten kann. Neu in iOS 9 ist beispielsweise ein sechsstelliges Passwort als Standardvorgabe und Unterstützung für Content-Blocker in Safari.

Aktuelle Informationen liefert Apple zu staatlichen Anfragen von Regierungsbehörden. Apple zufolge gab es in der ersten Jahreshälfte zwischen 750 und 999 Anfragen der US-Regierung, eine genauere Anzahl darf nicht veröffentlicht werden. Weit häufiger sind Anträge von Strafverfolgungsbehörden, bei denen es zu 94 Prozent um die Ermittlung eines gestohlenen Gerätes geht. Heikler sind die restlichen 6 Prozent, bei denen es um Anfragen zu Accountdaten geht: „Sind wir gesetzlich verpflichtet, bei einer Accountanfrage Daten herauszugeben, dann informieren wir, sofern es uns erlaubt ist, den Kunden darüber und geben nur das Minimum an Informationen an die Behörde weiter.“ Gerade einmal 27 Prozente dieser Anfragen führten deshalb zu Antworten. Ab iOS 8 werden gesperrte iOS-Geräte grundsätzlich nicht mehr entsperrt, auch GPS-Daten werden von Apple nicht erfasst.

Vor allem aber verspricht das Unternehmen „Apple hat nie mit einer Regierungsbehörde irgendeines Landes zusammengearbeitet, um eine sogenannte Hintertür in eines unserer Produkte oder in einen unserer Dienste einzubauen. Wir haben auch noch nie einer Regierungsbehörde Zugriff auf unsere Server gegeben. Und wir werden das auch nie.“

Für Schutz vor Hackern soll Verschlüsselung schützen - Daten werden verschlüsselt übertragen und auf den Servern verschlüsselt aufbewahrt.

Das gilt unter anderem für die sensiblen Gesundheitsdaten von Health Kit. Apple verspricht ausdrücklich, dass „Entwickler die Daten aus Health nicht zu Werbezwecken oder zum Data-Mining weitergeben oder verwenden“ können.

Neu in iOS 9 ist die Unterstützung von Content-Blockern, mit denen man Werbung blocken kann - aber auch verhindert, dass Aktivitäten im Internet festgehalten werden. Etwas kritischer sieht dies die Süddeutsche Zeitung , die diesen Schutz vor Werbenetzen zu Recht als direkten Angriff auf Google und Facebook wertet. So zitiert sie Benedict Evans, dass Apple die Bedürfnisse der Nutzer falsch einschätze - ihnen sei Bedienkomfort vermutlich wichtiger als Datenschutz. Schließlich sorge die Sammlung der Nutzerdaten für ein optimales Nutzererlebnis. Allgemein scheint der Autor Apple das Bekenntnis zu mehr Datenschutz nicht ganz abzukaufen, so startet die SZ-Diskussion (nur begrenzt abrufbar) zu dem Thema mit der Frage „I st das glaubwürdig ?“

Nicht vergessen sollte man allerdings, dass Google und Facebook die Daumenschrauben gerade etwas anziehen. So unterstützt Google bald E-Mail-Targeting, wodurch Werbekunden Google-Anwender über ihre E-Mail-Adresse identifizieren können. Erst seit kurzem dürfen Facebooks Werbekunden außerdem User über ihre Facebook-Daten „targeten“. Aktuell mag der Komfort von Google-Diensten verlockend sein, auf lange Sicht scheint uns Apple als Alternative zu Facebook und Google immer wertvoller zu werden.

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