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So geht es: Mit Time Machine übers Netzwerk sichern

09.11.2007 | 08:42 Uhr |

Was Apple in Mac OS X 10.5 bislang noch nicht freigegeben hat, kann der mutige Anwender auch auf eigene Faust freischalten. Die Eingabe einer einzigen Zeile im Terminal genügt, um Time Machine um die Funktion zu erweitern, die mancher noch an der Backup-Lösung vermissen mag: das Sichern von Daten auf ein Verzeichnis im lokalen Netzwerk.

Dabei spielt es keine Rolle, ob dieses Laufwerk per AFP oder Samba eingebunden und mit welchem Dateisystem es formatiert ist. Zwar sollte man sich auf ein solches Backup im Zweifelsfall nicht verlassen - Apple hat die Funktion wohl nicht ganz ohne Grund entfernt. In einem ersten macnews.de-Test funktionieren aber sowohl die Sicherung des Daten als auch das Zurückspielen anstandslos. Sehen Sie selbst!

Was die Vorversionen von Leopard noch konnten, das ist in der finalen Version verloren gegangen: Zwar sichert Time Machine auf direkt mit dem Mac verbundene Festplatten sowie auf andere Installationen einer Mac OS X 10.5 Client- oder Server-Version - nichts wissen will die Software allerdings von Festplatten, die per USB mit einer Airport-Basisstation verbunden sind oder anderweitig im Netzwerk zur Verfügung stehen.

Abhilfe schaffte ein Tipp im Forum von MacRumors : Man rufe im Programme-Ordner unter Dienstprogramme das Terminal auf, gebe dort die Zeile defaults write com.apple.systempreferences TMShowUnsupportedNetworkVolumes 1 ein und bestätige mit der Eingabetaste. Der Befehl verändert die Systemeinstellungen so, dass Time Machine auch "nicht unterstützte Netzwerklaufwerke" anzeigt. Alternativ bietet Entwickler Antonello Migliorelli ein Skript an , das den Befehl ausführt.  

Das von macnews.de geteste Laufwerk befindet sich auf einem Linux-Server und ist mit einem EXT2-Linux-Dateisystem formatiert. Eingehängt haben wir es über den Befehl Mit Server verbinden im Gehe zu-Menü des Finders. Nach der beschriebenen Eingabe im Terminal zeigt Time Machine es als mögliches Backup-Zielvolume an. Dazu ruft man die Systemeinstellungen auf, wählt dort unter Time Machine den Eintrag Volume wechseln. Nach einem Klick auf die Schaltfläche Für Backup verwenden beginnt die Software auch sogleich, eine erste Datensicherung anzulegen.

Wie kann das funktionieren? Schließlich setzt Time Machine zwingend das HFS+ als Dateisystem voraus - unter anderem, da Verweise auf eine Datei mehrfach angelegt werden müssen. Ein Blick auf das Netzlaufwerk zeigt: Die Backup-Software hat dort eine Image-Datei angelegt, die sie bei jeder Sicherung aktiviert. Das mitwachsende Image-Bundle selbst ist im HFS+-Format formatiert und bietet Time Machine damit das Dateisystem, das die Software benötigt.

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