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So klingen die Atome – Musik aus CERN

30.05.2016 | 15:49 Uhr |

Eine Gruppe von Forschern am ATLAS-Detektor des LHC hat eine reizvolle Idee, wie man die bei den Kollisionen gewonnenen Daten auswerten kann.

Wenn zwei Protonenstrahlen mit nahezu Lichtgeschwindigkeit aufeinander knallen, hört man: Nichts. Was vor allem daran liegt, dass im Inneren des LHC (Large Hadron Collider) am Kernforschungszentrum CERN in Genf ein sehr starkes Vakuum besteht. Knallen die Protonen bei hoher Energie aufeinander, entstehen aber neue Teilchen, die ihrerseits nach sehr kurzer Zeit wieder in Lichtblitzen zerfallen - Spuren wie diese misst der Detektor ATLAS, bei jeder Kollision fallen unzählige Daten an, deren Auswertung oft Jahre in Anspruch nimmt.

Die beiden Studenten Juliana Cherston und Ewan Hill hatten aber nun die Idee, den vom ATLAS-Detektor erzeugen Datenstrom in neuer Weise zu interpretieren, beziehungsweise einen sehr kleinen Teil der anfallenden Daten. Aus den Messergebnissen der Energien und Geometrien der Zusammenstöße lassen die beiden Forscher Klänge erzeugen, für die Sonifikation stehen Algorithmen und Samples bereit, die sich zu reichlich skurriler Musik ergeben. Wie welcher Datensatz welchen Klang ergibt, ist der Freiheit der Komponisten überlassen, die auf der Website des Projekts Quantizer bereits ihre Interpretationen der ATALS-Daten hinterlassen haben. Wer möchte, kann sich einen "Live-Stream" des Experiments anhören, in einem der drei Stilformen "Cosmic", "House" oder "Suitar Samba". Wenn der Detektor gerade keine Daten liefert, kommen die Messergebnisse zurückliegender Kollisionen zur musikalischen Aufführung. Mindestens seit "Dark Side of the Moon" und "Space Oddity" die spacigste musikalische Idee, aber wahrscheinlich ist sie das seit Pythagoras'  Postulaten über die "Musik der Sphären"...

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