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So könnte OS X 10.9 aussehen

08.05.2013 | 17:50 Uhr |

Von anstehenden neuen Versionen von iOS kennt man sie bereits: Designstudien und Mockups. Wir haben uns mit Ideen für die Optik von OS X 10.9 befasst

Aktuell verdichten sich die Hinweise darauf, dass Apple die nächste Generation seines Desktop Betriebssystems OS X erst im Herbst 2013 veröffentlichen könnte. Schon vor einigen Wochen hatte der stets gut informierte Apple-Blogger John Gruber angedeutet , dass Apple Ressourcen von der Entwicklung des Nachfolgers von Mountain Lion abgezogen hat, um die Arbeiten an iOS 7 schneller voranzutreiben – nicht zuletzt, um die offenbar von Jony Ive angestrebte "Ent-Forstallisierung" von iOS umzusetzen, das heißt die skeuomorphistischen Elemente in Apples mobilem Betriebssystem zugunsten eines flacheren Designs zu ersetzen.

Obwohl man von Apple bislang nicht allzu viel zu 10.9 gehört hat, darf natürlich spekuliert werden, welche Veränderungen und neuen Features zur Umsetzung gelangen könnten. Zunächst erscheint es sinnvoll, dass Apple auch für OS X 10.9 den System-Apps wie Kalender und Adressbuch ein flacheres Design spendiert. Weitere tiefgreifende Änderungen am Benutzer-Interface sind jedoch angesichts des ohnehin schon knappen Zeitplans kaum zu erwarten. Wie das US-Blog 9to5Mac erfahren haben will , soll der Fokus Apples eher auf Verbesserungen für Pro-User liegen und OS X 10.9, das intern die Bezeichnung "Cabernet" tragen soll, neben Finder-Tabs auch eine verbesserte und leistungsstärkere Browserengine für Safari erhalten soll. Siri hingegen soll laut Bericht "auf der Kippe" stehen und womöglich nicht wie erwartet fester Bestandteil des neuen OS X sein.

Nichtsdestotrotz haben sich im Netz einige Designer Gedanken zu möglichen Designs von OS X 10.9 gemacht, so auch der Cambookpro. Dieser hat mit seiner Designstudie zu "OS X Serval" einen Ausblick auf die kommende Generation von OS X gewagt und zeigt auf sehr anschauliche Weise, wie sich die möglichen neuen Features – beispielsweise Siri und Karten – in OS X integrieren lassen. Der Serval (lateinisch Leptailurus serval), eine in Zentralafrika beheimatete Kleinkatze, kommt im Zuge der Namensspekulationen übrigens nicht so häufig vor wie beispielsweise der immer wieder genannte Luchs (Lynx). Auch die Variante "OS X White Tiger" von alwinbethel wählt einen vergleichbaren und realistischen Ansatz.

Stichwort Siri

Diese Siri-Variante zeigt die Integration des Sprachassistenten ins Dock von OS X.
Vergrößern Diese Siri-Variante zeigt die Integration des Sprachassistenten ins Dock von OS X.

Dass Siri, Apples über mehrere Jahre sehr kostenintensiv entwickelter Sprachassistent, irgendwann auch Bestandteil von OS X werden wird, dürfte außer Frage stehen – ob allerdings bereits OS X 10.9 mit voller Siri-Integration erscheint, bleibt abzuwarten.  Designer haben sich natürlich dennoch Gedanken über die Umsetzung einer möglichen Integration des Sprachassistenten gemacht. Während die in Mountain Lion bereits integrierte Diktierfunktion per Hotkey aktiviert und nur bei Texteingaben genutzt wird, müsste Siri deutlich tiefer in das System gepackt werden, um möglichst viele Bereiche von OS X steuern zu können. Dafür bietet es sich, wie beispielsweise von cambookpro vorgeschlagen, an, Siri in die Mitteilungszentrale einzubauen, denn dort ist ausreichend Platz für längere Dialoge und die Anzeige der Antworten der persönlichen Assistentin. Will man Siri nutzen, böte sich analog zur Diktierfunktion von Mountain Lion auch ein Hotkey als Auslöser an. Eine andere Möglichkeit, die im Netz häufiger auftaucht, wäre die Integration in Form eines Dock-Icons. Die hätte natürlich den Vorteil, über das Dock nahezu ständig präsent zu sein. Wir halten aber die Variante, Siri in die Mitteilungszentrale einzubauen, für wahrscheinlicher.

Sag mir wo es lang geht!

So könnte die OS X Karten-App aussehen.
Vergrößern So könnte die OS X Karten-App aussehen.

Ebenso wie Siri gehen wir auch bei Karten davon aus, dass der Dienst Teil eines neuen OS X werden könnte. Das wird wohl am ehesten in Form einer neuen System-App der Fall sein. Gut möglich, dass Apple in diesem Zuge gleich seiner Karten-App für iOS einen Neuanstrich beziehungsweise Performance und Datenbank-Updates verpasst, um dann plattformübergreifend über iCloud Routen und besuchte Orte zu synchronisieren. Die Einsatzmöglichkeiten sind dabei vielfältig: Sie richten sich am Mac eine neue Route ein, iCloud synchronisiert selbige mit Ihrem iPhone, damit Sie sich unterwegs nicht verlaufen. Stoßen Sie dann auf einen interessanten Ort, setzen Sie am iPhone eine Stecknadel, die zurück auf den Mac synchronisiert wird – von wo Sie in der 3D-Ansicht den Ort erneut betrachten können.

Tabbed-Browsing im Finder?

Die Gerüchte um ein Redesign des Finders halten sich ebenfalls hartnäckig, nicht zuletzt seit der von 9to5Mac verbreiteten Meldung über einen verstärkten Fokus Apples auf Pro-User und deren Bedürfnisse. Im Mittelpunkt steht dabei die mögliche Einführung von Tabs für den mittlerweile etwas in die Jahre gekommenen Finder. Bislang war eine solche Funktion nur durch Zusatz-Tools wie beispielsweise Total Finder oder Pathfinder (und damit gegen Bares) zu haben. Apple könnte damit einen der größten Wünsche seiner Pro-User – und auch vieler Macwelt-Leser – erfüllen.

Aktuell lassen sich Finder-Tabs nur mit Zusatzsoftware wie Pathfinder realisieren. Das könnte mit 10.9 der Vergangenheit angehören.
Vergrößern Aktuell lassen sich Finder-Tabs nur mit Zusatzsoftware wie Pathfinder realisieren. Das könnte mit 10.9 der Vergangenheit angehören.

Einschätzung

Wie OS X 10.9 aussehen und welchen Namen es wohl tragen wird, werden wir aller Voraussicht nach erst im Umfeld der diesjährigen WWDC (10.-14. Juni) erfahren. Die Features, die im Rahmen der Designstudien vorgestellt wurden und deren Integration in das bestehende OS X-Konzept wirken aber stimmig. Ob Apple dann tatsächlich Siri ins Dock packt, doch lieber die Mitteilungszentrale nutzt oder sich eine andere Integration überlegt, bleibt abzuwarten. Genauso wie die Umsetzung einer iCloud-fähigen Karten-App und eines Tabbed Finders.

Ein kleiner Vorgeschmack auf das mögliche Zusammenwachsen von OS X und iOS: Dieses sehr stark an iOS angelehnte Design dürfte wohl in näherer Zukunft eher nicht zur Umsetztung kommen.
Vergrößern Ein kleiner Vorgeschmack auf das mögliche Zusammenwachsen von OS X und iOS: Dieses sehr stark an iOS angelehnte Design dürfte wohl in näherer Zukunft eher nicht zur Umsetztung kommen.
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