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Software für den Systemverwalter: Apple Remote Desktop

15.03.2002 | 14:18 Uhr |

Fernsteuerungssoftware ist ein zweischneidiges Schwert. Ein Systemadministrator kann damit Mac-Anwendern helfen, aber sie auch vollständig überwachen.

Apple Remote Desktop ist kein wirklich neues Programm. Unter dem klassischen Mac-OS ist es als Apple Network Assistant seit längerem im Lieferumfang von Apples Netzwerksoftware Apple Share IP enthalten. Neu an Apple Remote Desktop ist aber vor allen Dingen, dass es unter Mac-OS X läuft. Auch durch die gestiegene Bedeutung von Netzen ist das Programm weit wichtiger geworden, als noch vor wenigen Jahren.

Die Fernwartungssoftware ermöglicht einem Systemadministrator, bis zu 250 per Airport oder Ethernet verbunden Macs zu kontrollieren. Dazu muss er sich nicht einmal im gleichen Land befinden, der Zugriff ist auch per Internet erlaubt. Hat etwa ein zu Hause arbeitender Mac-Anwender ein Problem, kann ein Helfer sich den Bildschirm anzeigen lassen und das Problem lösen.
Da es sich um ein Client-Server-System handelt muss ein Client-Programm auf jedem zu überwachenden Rechner laufen, nur ein einzelner Anwender hat mit seinem Hauptprogramm auf dem Server-Computer den Zugriff auf die Rechner des Netzes.

Der Nutzer des Remote Desktops kann im Prinzip von seinem Desktop aus das gleiche tun, als säße er direkt vor dem ferngesteuerten Rechner. Er kann Programme bedienen, Dateien löschen und kopieren oder den Mac neu starten. Zusätzlich hat das System aber auch die Fähigkeit, die Systemeinstellungen aller Rechner eines Netzwerks zu überwachen und zu verändern. Auch Dateitransfers sind möglich, so kann man einen Macs per Fernwartung updaten oder Daten an bestimmt Nutzer übertragen.
Interessant ist das Programm vor allem für den Einsatz von Mac-OS X im Bildungsmarkt. So kann ein Lehrer eine mit iBooks ausgestatteten Schulklasse per Apple Remote Desktop überwachen. Das Programm ermöglicht die gleichzeitige Anzeige aller Schüler-Desktops auf dem eigenen Bildschirm, die Anzeige der laufenden Programme und erlaubt einem Lehrer sogar einen Schüler-Computer komplett zu sperren.
Ein Konkurrenzprodukt ist das Programm Timbuktu Pro von Netopia das ähnliche Fernsteuerungsfunktionen bietet. Jedoch bietet Timbuktu nicht die weitgehenden Netzfunktionen und die hierarchische Trennung in Client und Server.
Der Remote Desktop funktioniert nur unter Mac-OS X 10.1, ein Client System kann auf jedem Mac ab G3-Prozessor und Mac-OS 8.1 installiert werden. Ein Lizenz für 10 Überwachte kostet in den USA 300 US-Dollar, eine Lizenz ohne Begrenzung ist für 500 US-Dollar zu haben. Einen Test lesen Sie in einer der nächsten Ausgaben der Macwelt. sw

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