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Softwarekaktien boomen

05.09.2003 | 10:37 Uhr |

Die Softwarebranche verlässt das Jammertal. Das jedenfalls meinen Analysten, die den Sektor als "heiß" und "attraktiv" bewerten und der Branche goldene Zeiten versprechen.

Noch im vierten Quartal und spätestens 2004 solle der Aufschwung für die seit über zwei Jahren kriselnde Branche kommen. Andere Experten raten zur Vorsicht und sehen für eine bevorstehende Wende noch keinen Beleg in den Wirtschaftsdaten.

Für die Geldanleger stellt sich damit die Frage, ob der Trend, den die Aktienkurse von Softwarehäusern derzeit abbilden, nur ein Strohfeuer oder eine nachhaltige Entwicklung ist. Marktbeobachter stellen eine "Sektorrotation" von Anlegern fest: Sie gehen raus aus den Halbleiterwerten und rein in die Softwaretitel. Zu den Gewinnern gehörten Softwareunternehmer wie Peoplesoft, aber auch der Computerhersteller Dell und IT-Dienstleister wie Cap Gemini Ernst & Young. Optimistisch für die Softwaretitel ist der Analyst der US- Investmentbank Goldman Sachs Rick Sherlund. Er stufte jetzt die US- Softwarebranche von "Neutral" auf "Attractive" herauf und empfahl den Einstieg in Microsoft, die deutsche SAP und Symantec. Auch Oracle werde von verbesserten Marktbedingungen für Datenbanken und Anwendungssoftware profitieren. Zwar hätten die Softwaretitel seit Jahresbeginn bereits um 36 Prozent zugelegt und somit einen Großteil der Konjukturerholung vorweg genommen. Jedoch könnte eine weitere Verbesserung der Wirtschaftslage 2004 die Gewinne der Softwarehäuser weiter steigen lassen.

Andere Branchenkenner wie der Informationstechnik-Analyst Christian Heckemann von der Bayerischen Landesbank raten dagegen zur Vorsicht. Einen bevorstehenden Boom in der Softwarebranche sieht Heckemann von den bekannten Fakten her nicht unterlegt. "Ich sehe nicht, dass die Unternehmen bereits verstärkt in Software investieren, die letzten Zahlen vom zweiten Quartal weisen nicht darauf hin, dass der Nachfrageschub kommt", erklärte Heckemann.

Erst im Oktober, wenn die Unternehmenszahlen zum dritten Quartal vorliegen, könne man mehr sagen. Den jüngsten Kursanstieg der SAP- Aktie führt Heckemann vor allem auf die Aufnahme des Werts in den europäischen Aktienindex STOXX-50 zurück. "Mit einem Kurs-Gewinn- Verhältnis von weit über 30 ist SAP für mich keine unterbewertet Aktie, sondern jetzt schon sehr teuer."

Auch der Aktienmarktstratege Christian Schmidt von der Helaba sieht noch keine Wende zum Guten für die IT-Unternehmen, auch wenn die letzten Wochen positive Konjunkturszenarien gezeigt hätten. Vor allem die schlechten Arbeitsmarktdaten sprächen gegen einen raschen Aufschwung. "Solange die Unternehmen Stellen streichen, kann man nicht erwarten, dass sie massiv in neue Software investieren", sagte Schmidt.

Ausnahmen gebe es sicher für Spezialsoftware zum Beispiel im Sicherheitsbereich. "Die Unternehmen haben so viele Virenangriffe abzuwehren, da kann man sich kaum leisten zu sparen." Das Kursniveau bei den Software- und Technologieaktien sei mittlerweile ziemlich hoch. "Da besteht ein gewisser Konsolidierungsbedarf", sagte Schmidt.

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