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Softwarepatente: Lobbying auf der Zielgeraden

27.06.2005 | 13:27 Uhr |

Es sind nur noch knapp zwei Wochen bis zur Entscheidung über europäische Softwarepatente im EU-Parlament und beide Seiten machen mobil.

Sowohl die Software-Patentbefürworter als auch die Patentgegner nehmen für sich in Anspruch, für Kleine und Mittelständische Unternehmen (KMU) zu sprechen. Bei rund elf Millionen KMUs mit mehr als einem Mitarbeiter, welche 53 Prozent der Arbeitnehmer in Europa darstellen, ist dies kaum verwunderlich.

Softwarepatente bedrohen nicht nur KMU sondern auch die Opensource-Entwicklung, denn anwältliche Patentprüfungen, zusätzliche Entwicklungskosten bei der „Umschiffung“ von Patenten und Gerichtskosten bei Patentstreitigkeiten können sich meist nur die Software-Großkonzerne leisten. Da Mac-User in manchen Bereichen von kommerziellen Herstellern nicht beliefert werden ist hier Opensource-Software ebenfalls sehr wichtig. Die von Softwarepatenten stark bedrohten Opensource-Player Videolan Client oder Mplayer beispielsweise sind auch in der Mac-Welt sehr populär.

Das Ziel der Patentgegner ist die weitere Verzögerung der Entscheidung. Der momentane Vorschlag stimmt fast wortgetreu mit dem Text der Business Software Alliance ( BSA ) überein, einer Lobby-Organisation die im Namen großer Softwarefirmen gegen Raubkopien und für Softwarepatente kämpft.

Apple ist Mitglied der BSA, obwohl Mac-OS X in nahezu allen Teilen von Opensource-Software profitiert und stark darauf setzt. Ein offizielles Statement von Apple bezüglich dieses delikaten Widerspruchs gibt es bisher noch nicht, wir baten Apple Deutschland jedoch um ein solches und werden dies bei Erhalt nachreichen.

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