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Softwarepatente gefährden Münchens Linux-Umstellung

02.08.2004 | 16:20 Uhr |

Den Verlockungen von Microsoft-Chef Steve Ballmer konnte die Stadt München bereits widerstehen, doch jetzt drohen Verordnungen des Bundesjustizministeriums das ehrgeizige Linux-Projekt scheitern zu lassen.

Trotz aller Warnungen aus der mittelständischen Wirtschaft und Open-Source-Bewegung setzt die Berliner Behörde auf die breite Patentierbarkeit von Software. Das stellt für das Linux-Vorhaben der bayrischen Landeshauptstadt eine schwere Hürde dar. Schon allein der so genannte "Basicclient", der für 14.000 Mitarbeiter installiert werden soll, steht im Konflikt mit über 50 europäischen Softwarepatenten. Der oberste EDV-Verantwortliche Münchens, Wilhelm Hoegner, empfahl daher erstmal die Auswirkungen der EU-Richtlinien auf das Open-Source-Vorhaben zu überprüfen.

Softwareentwickler Florian Müller, der mit MySQL den größten europäischen Hersteller freier Programme berät, kritisiert die Haltung des Bundesjustizministeriums aufs Schärfste. Die Chance auf Kosteneinparungen und Wirtschaftswachstum würde vergeben, erklärte Müller, "nur damit die Patentbürokratie glücklich ist".

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