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Sommer-Theater bei der Telekom

11.07.2002 | 12:54 Uhr |

Geht er oder geht er nicht? Ron Sommer bleibt umstritten, eine baldige Ablösung des Telekom-Chefs steht wohl nicht an.

Im Aufsichtsrat der Deutschen Telekom gibt es nach dpa-Informationen zurzeit keine Mehrheit für eine Ablösung von Konzernchef Ron Sommer. Die meisten Mitglieder des 20-köpfigen Gremiums warteten ab, ob bis Dienstag ein überzeugender Nachfolger mit einem tragfähigen Konzept präsentiert werde, verlautete am Donnerstag aus dem Umfeld des Unternehmens. Der Aufsichtsrat will am Dienstag in einer Sondersitzung über die Zukunft von Sommer beraten. Ihm wird von Anlegern unter anderem der Kursverfall der T-Aktie angelastet.

Währenddessen hat die Bundesregierung eine Stellungnahme zu einem Zeitungsbericht abgelehnt, wonach bereits an diesem Freitag ein Nachfolger für Telekom-Chef Ron Sommer vorgestellt werden könnte. Man beteilige sich nicht an den gegenwärtige angestellten Spekulationen über die Telekom, sagte ein Regierungssprecher in Berlin.

Das "Handelsblatt" berichtet am heutigen Donnerstag unter Berufung auf Aufsichtsratskreise, Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) wolle am Freitag den DaimlerChrysler-Manager Klaus Mangold als Nachfolger Sommers präsentieren. Ein DaimlerChrysler-Sprecher hatte allerdings bereits am Mittwoch Spekulationen um Mangold dementiert.

"Die Geschäftspolitik der Deutschen Telekom sowie Personalfragen fallen ausschließlich in den Aufgabenbereich von Vorstand und Aufsichtsrat, die hierfür auch die Verantwortung gegenüber den Aktionären und Mitarbeitern tragen", betonte der Regierungssprecher. Medienberichten zufolge soll die Bundesregierung die Ablösung Sommers anstreben. Der Telekom-Aufsichtsrat will am Dienstag bei einer Sondersitzung über die Zukunft Sommers beraten.

Rückendeckung aus der Politik hat der Telekom-Vorstand aus Nordrhein-Westfalen erhalten. Der hieisege Ministerpräsident Wolfgang Clement (SPD) hat die Arbeit von Telekom-Vorstandschef Ron Sommer gelobt. Er habe vor den Leistungen Sommers beim Umbau des Konzerns Deutsche Telekom «höchsten Respekt» sagte Clement in Bonn. Auch die Beziehungen der NRW-Landesregierung zur Telekom-Führung seien immer offen und auch freundschaftlich gewesen. Zu den Spekulationen um eine Ablösung Sommers hielt sich Clement bedeckt. Falls es eine Entscheidung über seine Zukunft geben solle, so müsse diese im Aufsichtsrat des Konzerns gefällt werden. dpa/pm

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