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Sommer weiter im Visier des Staatsanwalts

02.05.2001 | 00:00 Uhr |

Eine Ende der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft
gegen Telekom-Chef Ron Sommer wegen einer angeblichen Fehlbewertung
des Immobilienvermögens ist derzeit nicht in Sicht. Das Verfahren
werde in diesem Monat nicht mehr abgeschlossen, sagte ein Sprecher
der Anklagebehörde am Mittwoch in Bonn auf Anfrage. Zu Details der
Untersuchungen wollte er sich nicht äußern.

Auch zu einem Bericht der «Financial Times Deutschland», dass
Sommer durch die Verlagerung der Untersuchungen auf die Bilanzen der
Jahre 1996 bis 1999 noch stärker ins Visier der Staatsanwälte geraten
sei, wollte der Sprecher keine Stellung nehmen. Bislang hätten sich
die Ermittlungen auf die Eröffnungsbilanz 1995 erstreckt, schrieb die
Hamburger Wirtschaftszeitung in ihrer Mittwochausgabe. Durch den
Kurswechsel sei jetzt eine Anklageerhebung in den Bereich des
Möglichen gerückt.

Gegen Sommer und andere Top-Manager des Unternehmens hatten
Kleinaktionäre wegen möglicher Bilanzfälschung Anzeige erstattet. Dem
war die Ankündigung der Telekom vorausgegangen, ihre
Immobilienvermögen wegen eines schnelleren Teilverkaufs um vier
Milliarden DM nach unten zu korrigieren. Darauf hin war der ohnehin
bereits stark gefallene Kurs der T-Aktie weiter unter Druck geraten.
Aktionärsvertreter fordern eine Sonderprüfung und kündigten an,
Vorstand und Aufsichtsrat auf der Hauptversammlung die Entlastung zu
verweigern.
dpa

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