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Song für C: MobileTV mit Kultur bitte!

24.07.2006 | 10:45 Uhr

Zwei Münchner Künstler haben mit "Song für C" eine Serie vorgestellt, die extra für Mobile-TV-Geräte gedacht ist und als Kunst angesehen werden möchte.

Song für C: MobileTV mit Kultur bitte!
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Die Filmfestspiele in München sind jedes Jahr ein Garant für kulturelle Highlights aus der Welt der gewegten Bilder. Dieses Jahr gab es jedoch ein ganz besonderes Schmankerl: ein Künstler-Duo aus der bayrischen Metropole stellte ihren 30-minütigen Film Songs für C vor, was kein Kurzfilm ist, sondern eine fürs Handy angelegte Serie, die in kurze Episoden aufgeteilt wird.

Erfinder der Kultur fürs Handy sind Marc Weis und Martin De Mattia, genannt M+M . Bei der Präsentation bekamen die 70 Gäste ein DVB-H-Handy in die Hand und durften als Erste und bisher Einzige Songs für C in kompletter Länge sehen. Das Drehbuch stammt von Erfolgsautor Helmut Krauser, der bereits für Der Große Bagarozy die Feder schwang und hinter der Kamera standen namhafte Stars wie Barbara Rudnik und Anna Schudt. In den USA gibt es bereits mehrere solcher Projekte, allerdings weit weniger kulturell, sondern mehr im Soap-Format. In Deutschland läuft die Telenovela mittendrin - Berlin rockt der Firma iconmobile und O2 als Partner bereits ziemlich erfolgreich. 75.000 Abonnenten ziehen sich die Foto-Love-Story mit Soundeffekten aufs Handy. Aber all diese Serien sind Kaugummiblasen gegen das, was M+M produziert hat. Ihre Serie verstehen sie als ein Kunstwerk, das die scheinbare Authentizität wie Blair Witch Project einst schaffen soll. Der Zuseher wird zum miträtseln animiert und hat das Gefühl, mittendrin statt nur dabei zu sein.

Aber wer soll das nun zu sehen bekommen? Der DVB-H-Standard, für den Songs für C produziert wurde, wird sich voraussichtlich erst 2007 wirklich durchsetzen. Handys, die das Format unterstützen, gibt es bisher gerade mal sechs Stück und die sind teuer. Eine andere wichtige Komponente für Mobiles Fernsehen ist natürlich, wie sich damit Geld verdienen läßt! Im TV gibt es Werbung und auf dem Handy sollen es interaktive Gewinnspiele sein, die das System tragen. Interaktive Gewinnspiele und Kunstfilme - ob sich das dann allerdings wirklich verträgt?

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