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"Songbird" hilft Musikern gegen Napster

10.05.2001 | 00:00 Uhr |

Der Streit um den Musiktausch im Internet weitet
sich zu einer Softwareschlacht zwischen Musikindustrie und der US-
Tauschbörse Napster aus.

Mit einer neuen Software sollen Musiker ihre Musik auf den
Servern der Tauschbörse finden und dem US-Unternehmen eine Abmahnung
schicken. Das berichtete der Bundesverband der Phonografischen
Wirtschaft am Mittwoch in Hamburg. Die Dachorganisation IFPI
(International Federation of the Phonographic Industry) habe das
Programm «songbird» veröffentlicht, das einzelne Musiktitel bei
Napster suche und aufliste.

Interpreten könnten damit überprüfen, ob ihre eigenen Stücke bei
Napster ohne Zustimmung angeboten werden. Das Programm liste dann
die Dateien auf. Diese könne anschließend an Napster gemailt werden
mit der Aufforderung, dieses illegale Angebot zu unterbinden, hieß
es.

Napster hatte erst im April eine Zusammenarbeit mit Relatable
bekannt gegeben, einem Hersteller von Software für «digitale
Fingerabdrücke». Damit will Napster urheberrechtlich geschütze Titel
besser vor einem Tausch schützen. Die Software von Relatable erkennt
Musikdateien anhand ihres Audioinhaltes. Zudem hatte Napster vor
einigen Tagen Verhandlungen mit dem Softwareriesen Microsoft über
dessen Technologien bekannt gegeben.

Napster war von der Vereinigung der amerikanischen Musikindustrie
(RIAA) wegen Verletzung des Urheberrechts verklagt worden und muss
nun alle geschützten Titel herausfiltern. Dies ist aber bisher noch
nicht vollständig geschehen. dpa

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