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Sony BMG stoppt umstrittenen Kopierschutz vorerst

14.11.2005 | 12:39 Uhr |

Sony BMG hat die Produktion von CDs mit dem kritisierten Kopierschutz XCP vorerst gestoppt, wie der Musikkonzern am Freitag in Amsterdam bekannt gegeben hat.

Die Maßnahme habe der Konzern vorsorglich getroffen, nachdem am Donnerstag letzter Woche ein Trojaner aufgetaucht ist, der den Kopierschutz missbrauchten, um sich im System zu verstecken. Der Schädling deaktiviert unter die Firewall infizierter Windows-Computer und ermöglicht Dritten den Zugriff auf den Rechner. Sony BMG hat einen Patch gegen den Trojaner veröffentlicht und will nun "alle Aspekte unserer Initiative zum Schutz von Inhalten neu überprüfen, damit wir unser Ziel der Sicherheit und Bequemlichkeit für den Anwender erreichen."

Unter die Kritiker von XCP hatte sich am Wochenende auch Microsoft eingereiht, das ein Sicherheitsrisiko für Computer-Anwender sieht. Wie der Branchendienst "c'net" berichtet, will Microsoft seine Sicherheitssoftware so aufrüsten, dass sie künftig den Kopierschutz erkennt und auf den Rechnern der Nutzer entfernt. "Wir sind besorgt über jede Art von Schadsoftware und ihren Einfluss auf die Computer unserer Kunden" schreibt Jason Garms, Sicherheits-Experte bei Microsoft, in seinem Weblog. Die so genannte Rootkit-Funktion des heftig in die Kritik geratenen Kopierschutzes hätte einen negativen Einfluss nicht nur auf die Sicherheit, sondern auch auf die Verlässlichkeit und Leistungsfähigkeit der Computer, so Garms. Nach Analyse der Software wolle das Unternehmen zunächst seine Sicherheitsanwendung Windows AntiSpyware mit einer Signatur erweitern, die das Sony-Programm erkennt und auf den Rechnern entfernt.

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