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Sony bringt neue Playstation

30.05.2003 | 11:35 Uhr |

Der japanische Elektronikriese Sony will mit einem Nachfolger seiner Spielekonsole Playstation 2 sowie Kostensenkungen eine Ertragsoffensive starten.

Daneben kündigte Sony-Chef Nobuyuki Idei am Dienstag eine Serie weiterer Produkte an. Im Rahmen umfangreicher Umstrukturierungen zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit sollen außerdem einzelne Produktionsfabriken geschlossen werden, hieß es.

  Die weiße Konsole mit dem Namen PSX ist der erste Nachfolger der erfolgreichen Playstation 2, die im Herbst 2000 erstmals auf den Markt gekommen war. Die PSX verfügt über ein schnelles DVD-Laufwerk sowie eine integrierte Festplatte, auf der Videos und Spiele aus dem Internet gespeichert werden können. Noch in diesem Jahr soll das Gerät in Japan, Anfang 2004 dann auch in Europa auf den Markt kommen.

  Derzeit liefert sich Sony mit Microsoft und dessen Xbox einen heißen Kampf um Marktanteile im lukrativen Konsolen-Markt. Mit Preissenkungen bei den einst rund 500 Euro teuren Geräten, neuen Internet-Spielemöglichkeiten und zusätzlichen Spiele-Beigaben versuchen die Unternehmen derzeit, die Konkurrenz auszustechen. Bislang war es dem Softwaregiganten Microsoft trotz Investitionen in Milliardenhöhe nicht gelungen, den japanischen Marktführer ernsthaft herauszufordern.

  Nach Schätzungen des Marktforschungsinstituts Forrester Research kann Sony von der versammelten Konkurrenz in dieser Gerätegeneration nicht mehr überholt werden. Sowohl Sony als auch Microsoft wollen Konsolen der dritten Generation voraussichtlich ab 2005 auf den Markt bringen.

  «Umstrukturierung und Transformation des Unternehmens» seien die fundamentalen Ziele der weiteren Bemühungen, sagte Idei. Sein Unternehmen hatte kürzlich die Finanzmärkte mit unerwartet hohen Quartalsverlusten regelrecht geschockt. In den ersten drei Geschäftsmonaten 2003 war ein Nettofehlbetrag von 111,1 Milliarden Yen (rund 800 Mio Euro) angefallen. Hintergrund dafür waren deutliche Umsatz- und Preisrückgänge im Elektroniksektor. Als Folge sackte der Kurs der Sony-Aktie drastisch ab. Für die auf das Elektronikgeschäft konzentrierten Umstrukturierungsmaßnahmen veranschlagt Sony nun für die nächsten drei Jahre Ausgaben in Höhe von etwa 300 Milliarden Yen, hieß es.

  Mit seiner neuen Strategie will Sony die konsolidierte operative Gewinnmarge von derzeit 4 Prozent bis zum 60. Jubiläumsjahr der Gründung des Unternehmens im Geschäftsjahr 2006 auf 10 Prozent anheben. Dazu soll eine ganze Serie neuer Produkte wie die PSX beitragen, mit denen Sony die Marktführerschaft wiedererlangen beziehungsweise festigen will.

  Erst jüngst hatte Sony auch eine mobile Playstation PSP angekündigt. Analysten vermuteten daraufhin, dass damit die beherrschende Stellung des japanischen Spieleherstellers Nintendo mit seinem Gameboy Advance in diesem Segment ins Wanken geraten könnte. Laut Analysten braucht Sony in vielen Segmenten neue Produkte, um das Vertrauen der Investoren zurückzuerlangen. Ohne innovative Spitzenprodukte drohe Sony von einem Vorzeigekonzern zu einem «normalen Unternehmen» zu werden.

  Der Elektronikriese will auch bei Flachbildschirmen und LCD- Fernsehern gegen die starke japanische und koreanische Konkurrenz die Nummer eins im Markt werden. Eine führende Position wird auch auf dem rapide wachsenden Markt für DVD- und Festplatten-Rekordern sowie bei Camcordern und Digitalkameras angestrebt. Die Mobilfunktochter Sony Ericsson Mobile Communications werde ebenfalls eine Reihe neuer Modelle auf den Markt bringen. Um die ehrgeizigen Ziele zu erreichen, wird Sony laut Idei über die nächsten drei Jahre 1 Billion Yen (rund 7 Milliarden Euro) in Forschung und Entwicklung von Halbleitertechnologien investieren.

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