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Sony präsentiert die Playstation 4

21.02.2013 | 11:30 Uhr |

Sony hat in der Nacht des 20. Februars wie erwartet in New York seine neue Playstation, die Playstation 4, vorgestellt. Neben mehr Power auf der Hardwareseite bietet Sonys Next-Generation-Konsole soziale Vernetzung und Second-Screen-Unterstützung durch die PS Vita.

Es war keine wirkliche Überraschung, was Sony da in der Nacht präsentiert hat: Die nächste Generation von Sonys Heimkonsole heißt – Überraschung: Playstation 4. Sony setzt dabei natürlich auf stärkere Hardware als beim Vorgänger und nutzt PC-ähnliches Hardwaredesign. Die PS 4 setzt auf eine AMD x86-CPU mit 8 Kernen, 8 GB geteiltem GDDR5 RAM und eine schnelle interne HDD. Und: Auf einen neuen Controller. Die Form ähnelt dem bisherigen Dualshock 3-Gamepad, erweitert um ein Touchpad (WiiU lässt grüßen) und eine Lightbar für Playstation Move, das Bewegungs-Steuerungssystem von Sony.

Der neue Killzone-Ableger war der erste große Wow-Moment des Abend.
Vergrößern Der neue Killzone-Ableger war der erste große Wow-Moment des Abend.

Mit dem Zukauf des Cloud-Technologiekonzerns Gaikai im Jahr 2012 wurde bereits in Richtung eines Cloud-basierten Playstation Networks spekuliert. Diese Spekulationen werden mit der Playstation 4 wahr. Durch einen kleinen "Teilen"-Button auf dem neuen Gamepad wird es möglich sein, direkt aus dem laufenden Spiel in Echtzeit Videos zu teilen. Auch der Download von Titeln aus dem Online-Shop wird deutlich schneller von Statten gehen als bisher – direkt nach dem Beginn des Downloads lässt sich mit dem Spiel beginnen, während im Hintergrund der Download weiter läuft.

Blizzard sorgte mit der Ankündigung von Diablo III für die PS4 für die größte Überraschung des Abends.
Vergrößern Blizzard sorgte mit der Ankündigung von Diablo III für die PS4 für die größte Überraschung des Abends.

Neben Spielen werden auch Video- und Musikinhalte eine wesentliche Rolle spielen. Sony hat – wie schon bei der PS3 – Partnerschaften mit namenhaften Diensten und Anbietern wie Netflix oder Amazon angekündigt. Ähnlich wie bei Nintendos WiiU wird Sony mit der bereits erhältlichen PS Vita ein Remote-Play-Erlebnis ermöglichen, das heißt ein auf der PS 4 begonnenes Spiel kann nahtlos auf Vita fortgesetzt werden (künftig sollen alle PS4 Spiele dieses Feature unterstützen). Neben der Nutzung der PS Vita werden auch Tablets uns Smartphones eine größere Rolle als Second-Screen für das Spielerlebnis spielen, natürlich auch für iOS. Xbox 360-Besitzer hingegen kenn das Konzept schon: Auf der E3 2012 hat Microsoft mit Xbox Smartglass einen ähnlichen Dienst vorgestellt.

Ein wichtiges Detail ist während der Präsentation aber beinahe untergegangen: Die Playstation 4 wird vorerst nicht abwärtskompatibel sein. Es ist aber durchaus möglich, dass Sony künftig ausgewählte Playstation-3-Titel über eine Playstation-Cloud von Gaikai gestreamt werden können.

Mit Watchdogs hat man für die PS4 ein ziemlich heißes Eisen im Feuer.
Vergrößern Mit Watchdogs hat man für die PS4 ein ziemlich heißes Eisen im Feuer.

Und das wichtigste: Das Spiele-Lineup Macht definitiv Lust auf mehr. Vor allem die Vorstellung des neuen Killzone-Ablegers konnte sich sehen lassen. Mit Ubisofts Watch Dogs hat die PS 4 dann auch noch ein weiteres interessantes Third-Party-Franchise im Boot. Die große Überraschung des Abends war aber die Ankündigung einer Kooperation von Sony und Blizzard um den PC-Titel Diablo III auf die Playstation 4 (und die PS3 zu bringen).

Enttäuscht hat Sony jedoch mit Blick auf Konkretes: Zwar nannte man mit der Weihnachtssaison 2013 das Launchfenster, jedoch gab es weder eine Aussage zum Preis der Playstation 4, noch dazu, wie die Konsole aussehen wird – Sonys Konzernchef Kazuo Hirai twitterte dazu: "I am proud to announce the PS4 is the worlds first invisible game console!" – den Kommentaren auf Twittter oder Facebook zufolge fanden das viele nicht so witzig, wie Sonys Konzernchef. Andererseits bleibt so zumindest noch ein klein wenig Geheimniskrämerei für die diesjährige E3 und die Gamescom in Köln.

Diese Kameras nehmen Bewegungen des Spielers wahr.
Vergrößern Diese Kameras nehmen Bewegungen des Spielers wahr.
© Sony

Einschätzung

Eine Produktvorstellung mit viel Erwartetem, aber auch einigen Überraschungen, das war Sonys Präsentation der Playstation 4. Der weitere Ausbau von Social-Features wie Video-Uploads oder Live-Beteiligung an Spielen von Freunden haben uns ebenso wenig überrascht wie das Engagement und die Integration des Know-How von Gaikai. Auch über die technischen Spezifikationen war in den letzten Tagen ja bereits zu genüge spekuliert worden. Dass Sony nach den Erfahrungen mit der zwar innovativen, aber schwer programmierbaren Cell-Architektur der PS3 auf PC-Nähe setzten würde, war anzunehmen, genauso wie die weitere Integration von Move.

Überraschend war vor allem die Kooperation Sonys mit Blizzard, um Diablo III auf Konsole zu bringen. Auch der Rest des Spiele Lineups machte Lust auf mehr – vor allem Ubisofts Watch Dogs und Gurilla Games Killzone: Shadowfall. Bei mir steht die PS4 jedenfalls für Weihnachten schon mal auf dem Wunschzettel – dann soll das gute Stück, von man bisher lediglich den Controller zu sehen bekam, in den Handel kommen. Es wird spannend zu sehen, wie Microsoft auf die Ankündigung Sonys reagiert – zu einem Nachfolger der Xbox gab es bisher nur Gerüchte. Diese werden wohl spätestens zur diesjährigen E3 auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft werden können.

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