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Sony verliert mit Playstation 3 immer mehr Geld

26.10.2007 | 08:42 Uhr |

Die Spielekonsole Playstation 3 bringt Sony immer größere Verluste. Im vergangenen Quartal verbuchte die Spiele-Sparte ein operatives Minus von 96,7 Milliarden Yen (591 Mio Euro), wie Sony am Donnerstag in Tokio mitteilte.

Nach dem ersten Halbjahr des bis Ende März laufenden Geschäftsjahres summierte sich der operative Verlust damit auf umgerechnet 770 Millionen Euro (125,9 Mrd Yen). Sony hat das Problem, dass die Käufer günstigere Konsolen der technisch hochgerüsteten und teuren PS3 vorziehen. Sein lange Zeit schwächelndes Elektronikgeschäft bringt Sony dagegen dank guter Verkäufe von Flachbildfernsehern und Digitalkameras wieder in Schwung. Der Nettogewinn des gesamten Sony-Konzerns stieg im zweiten Geschäftsquartal auf 73,7 Milliarden Yen (452 Mio Euro) von 1,7 Milliarden im Vorjahr. Der Vergleich ist jedoch wenig aussagekräftig, weil vor einem Jahr die weltweite Rückrufaktion für Notebook-Akkus Sony praktisch den gesamten Quartalsgewinn gekostet hatte. Der Umsatz stieg um zwölf Prozent auf 2,08 Billionen Yen (12,8 Mrd Euro).

Fürs Gesamtjahr hob Sony seine Gewinnprognose auf 330 Milliarden Yen an und verwies dabei unter anderem auf Zuwächse seiner Finanztochter Sony Financial Holdings, die kürzlich an die Börse gegangen war. In operativer Rechnung verbuchte Sony im zweiten Geschäftsquartal einen Gewinn von 90,5 Milliarden Yen gegenüber einem Vorjahresverlust von 20,8 Milliarden Yen. Der Rückruf von rund zehn Millionen Notebook-Batterien hatte Sony in dem Vorjahresquartal mehr als 50 Milliarden Yen gekostet. Die Elektronik-Sparte steigerte den Umsatz um 20,7 Prozent auf 1,66 Billionen Yen und vervielfachte den operativen Gewinn von acht auf 106,9 Milliarden Yen. Im Vorjahr waren bei ihr die Belastungen für den Akku-Rückruf verbucht worden. Das Filmgeschäft schaffte ein Umsatzplus von 6,4 Prozent auf 189,6 Milliarden Yen und ein operatives Ergebnis von 2,7 Milliarden Yen.

Um mit Nintendos erfolgreicher Konsole Wii und Microsofts Xbox 360 besser konkurrieren zu können, hatte Sony die Preise für seine PlayStation 3 kürzlich gesenkt und eine günstigere Version eingeführt. Der Umsatz der Spiele-Sparte stieg dank der PS3, die im Vorjahresquartal noch nicht verkauft wurde, um 42,9 Prozent auf 243,4 Milliarden Yen. Die Spiele-Sparte hatte schon im Vorjahresquartal wegen der Marketing-Aufwendungen zum PS3-Start einen Verlust von 43,5 Milliarden Yen erlitten. Unterdessen erhöhte Konkurrent Nintendo, der mit dem Erfolg seiner günstigeren und einfacheren Spielekonsole Wii Sony mächtig zusetzt, seine Gewinnprognose von 245 auf jetzt 275 Milliarden Yen (1,5 bis 1,7 Mrd Euro). In den vergangenen sechs Monaten wurden 7,33 Wii- Konsolen verkauft. Sony kam in dieser Zeit lediglich auf gut zwei Millionen PS3-Geräte. Ein Bestseller blieb dagegen das schon mehrere Jahre alte Vorgängermodell PlayStation 2, von dem fast sechs Millionen Einheiten abgesetzt wurden. (dpa)

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