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Sony wegen sittenwidriger Werbung abgemahnt

16.04.2004 | 15:59 Uhr |

Die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs hat Sony Computer Entertainment wegen eines Werbebriefs im Stil der US-Armee abgemahnt.

Die bräunlichen Umschläge mit einem Poststempel der Army und einem blutgetränkten Stofffetzen seien sittenwidrig, kritisierte die Zentrale am Freitag in Bad Homburg. Sony entgegnete unterdessen in einer Stellungnahme, es habe sich lediglich um ein rechteckiges Stück Stoff gehandelt. Die Werbeaktion für das Computerspiel «Socom II» sei auch seit dem 5. April bereits abgeschlossen.
Der Brief erwecke den Eindruck, dass ein Angehöriger oder Freund aus dem Krisengebiet Irak um Hilfe bitte, kritisiert die Wettbewerbszentrale. Die Werbung sei in den vergangenen Tagen an zahlreiche deutsche Haushalte gegangen. «Bei dieser Werbung geht es nicht allein um Fragen des guten Geschmacks, sondern vielmehr um die Täuschung des Verbrauchers über den Charakter der Zusendung», sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Hans-Frieder Schönheit. Der Stofffetzen trägt die Aufschrift: «Wir stecken in der Scheiße - hol uns hier raus.»
«Wir haben mit dieser Werbeaktion lediglich die Gamer angesprochen, die auch Socom oder ähnliche Spiele dieses Genres spielen», sagte Manfred Gerdes, Geschäftsführer der Sony Entertainment Deutschland GmbH. Unter den 15 000 Adressaten hätten sich wegen der Alterseinstufung des Spiel lediglich Interessenten über 16 Jahren befunden. Nach rund 15 bei dem Unternehmen eingegangenen Beschwerden wolle sich Sony «individuell persönlich mit den Beschwerdeführern in Verbindung setzen».

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