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Soundtrack

18.09.2003 | 16:00 Uhr |

Apples jüngster Spross der Kreativwerkzeugfamilie, der Audiosequencer Soundtrack, macht neben den Videoediting- und DVD-Authoring-Werkzeugen eine gute Figur.

Apples jüngster Spross der Kreativwerkzeugfamilie, der Audiosequencer Soundtrack, macht neben den Videoediting- und DVD-Authoring-Werkzeugen eine gute Figur. Sein übersichtliches Design ähnelt Final Cut Pro. Trotz vieler Plug-ins und Sounds konzentriert sich die Bedienung auf wichtige Funktionen.

Datenübersicht

Der Medienmanager ist ähnlich wie ein Finder-Fenster aufgebaut und eignet sich zum Surfen in den Sounddatei-Verzeichnissen. Durch einfaches Anklicken spielt Soundtrack die Loops und Audioschnipsel an; wer kategorisch nach Schlüsselworten sucht, kann das über einen Reiter tun, dessen Übersicht an iTunes erinnert. Die Textsuche zeigt in unserem Test allerdings nicht immer die gewünschten Ergebnisse, oft erscheint nur ein Teil der Treffer oder die Suche bezieht sich auf die letzte aktive Auswahl. Apple packt knapp vier Gigabyte Audiodateien und Loops bei, mit denen schnell eigene Stücke entstehen. Die Instrumente klingen nicht überproduziert und lassen sich komfortabel kombinieren. Das mitgelieferte Soundtrack Loop Dienstprogramm bearbeitet vorhandene oder aufgenommene Loops und Dateien indem Suchkriterien wie die Tonart oder das Musikinstrument editiert und dann zusammen mit der Datei abgespeichert werden. Allerdings lässt sich das Audiomaterial im Dienstprogramm nicht verändern: Anfang und Ende müssen vorher richtig getrimmt sein - das Tempo eines Loops editiert man aber nur durch Angabe der Anzahl der Beats in der Datei, was sich bei minutenlangen Musikstücken als schwierig erweist. Soundtrack kann sowohl mit AIF- als auch mit WAV-Dateien umgehen, den Mix sichert die Software allerdings ausschließlich im AIF-Format.

Plug-ins für Profis

Angeblich standen die Logic-Entwickler beim Design des Sequencers beratend zur Seite, was man an 19 Audio-Units-Plug-ins von Emagic wie etwa Reverb, Compressor oder Tape-Delay, spürt. Die Parameter der Plug-ins stellt man über deren Oberfläche oder unterhalb der zugehörigen Audiospur ein. Mit dem Handling fremder Audio-Units-Plug-ins tut sich Soundtrack in der Version 1.0.1 bisweilen so schwer, dass es bei deren Aktivierung abstürzt. Außerdem benötigt Soundtrack auffallend viel Zeit und Rechenleistung, um das Effekte-Fenster zu öffnen. Anders bei den unsichtbaren Funktionen wie dem Timestretching und dem Pitch-shifting. Je nach gewähltem Tempo des Projekts werden Loops, die ein eigenes vorgegebenes Tempo besitzen, wie etwa Drumloops, automatisch auf das Projekttempo gedehnt, also verlangsamt oder beschleunigt, ohne die Tonart zu ändern. Auch die Tonhöhe lässt sich maximal über eine Oktave nach oben oder unten transponieren. Dafür sind die Funktionen sauber integriert und arbeiten zuverlässig.

Fazit
Soundtrack würde mit weniger Funktionen und deutlich billiger zu iLife passen. Die Sounds und Plug-ins sind zwar sehr gut, für viele aber unnötig und daher ein Preistreiber. fr

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