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Google-CEO setzt auf Social Media

11.04.2011 | 07:15 Uhr |

Alle Prämienzahlungen sollen künftig direkt an Googles Erfolg mit sozialen Netzwerken geknüpft sein. Während die Umstrukturierung der Managerebene für diese Strategie spricht, sehen andere Analysten für Google mehr Erfolg in zum Beispiel Multi-Plattform-Gaming

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Nur wenige Tage nach der Amtsübernahme lässt Googles neuer CEO Larry Page keinen Zweifel mehr, wohin er das Unternehmen führen will. Page hat Google-weit eine Nachricht versandt, wonach künftig alle Prämien an Mitarbeitern direkt an Googles Erfolg in Social Media gemessen werden. An Business Insider soll eine Kopie dieser Nachricht durchgesickert sein, laut der Bonuszahlungen davon abhängen werden, wie gut Google seine Strategie zum nahtlosen Nutzen und Auswerten von Beziehungen der Anwender über alle Google-Programme hinweg umsetzten kann. Der Bericht deutet an, dass ja nach Erfolg Googles Mitarbeiterprämien künftig um bis zu 25 Prozent höher oder niedriger ausfallen könnten.

Colin Gills, ein Finanzanalyst bei BBC Financial, wertet diesen Bericht als verbindliche Unternehmensstrategie . "Ein CEO kann die Wichtigkeit eines Ziels nicht besser unterstreichen, als die Gehälter vom Erfolg abhängig zu berechnen", bestätigt Gills. Die Motivation von Page liegt klar auf der Hand: Facebook bietet Google zunehmende Konkurrenz . Mit über 500 Millionen Anwendern weltweit betreibt Facebook derzeit die größte soziale Netzwerkseite im Internet. Google hingegen arbeitet daran, dass diese Anwender lieber ihre Internet-Zeit auf Googles Webseiten verbringen. Gills schätzt, dass auch Microsoft ernsthaft Ressourcen in soziale Netzwerke investiert, aber Facebook bessere Chancen hat, Googles Kunden abzuwerben.

Mit der Übernahme von Googles Tagesgeschäft hat Page auch Manager neu positioniert und zum Beispiel Vic Gunotra, einen Ex-Manager von Microsoft, zum Vizepräsidenten für Soziale Medien ernannt. Rob Enderle, eine Analyst von Enderle Group, lobt diese Entscheidung und beschreibt Gunotra als einen "der fähigsten Köpfe für eine Social Media Projekt." Gleichzeitig räumt Enderle aber auch ein, dass Gunotra ein Neueinsteiger in diesem Bereich ist und daher sein Erfolg nicht garantiert werden kann.

Gottheil, ein Marktforscher bei Technology Business Research hingegen kann nicht glauben, dass Googles gesamte Unternehmensstrategie ausschließlich auf Erfolg in einem Bereich ausgelegt sein soll, in dem Facebook so klar das Feld anführt. Laut Gottheil ist es wesentlich wahrscheinlicher, dass Google sich zum Beispiel erfolgreich auf Multi-Plattform-Spiele verlegen wird. Außerdem sieht Gottheil eine ganze Reihe von Möglichkeiten für Google, Facebook eher erfolgreich zu ergänzen als zu verdrängen und sich im Bereich Social Media auf gruppen- oder themenorientierte soziale Netzwerke zu spezialisieren. Zwar kann Google hier mit Wave bereits einen Misserfolg verbuchen, aber das Potential ist laut Gottheil nicht zu unterschätzen.

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