1021493

Verbraucherzentralen mahnen Netzwerke ab

15.07.2009 | 11:38 Uhr |

Die Verbraucherzentralen haben zahlreiche große Sonziale Netzwerke in Deutschland abgemahnt. Die betreffenden Unternehmen, darunter Facebook und Xing, sollen Unterlassungserklärungen abgeben und Nutzer nicht mehr "benachteiligen".

Facebook Logo
Vergrößern Facebook Logo
© Facebook

Die Verbraucherzentralen haben mehrere soziale Netzwerke im Internet wegen Datenschutzmängeln abgemahnt. Die Plattformen Facebook, Lokalisten, MySpace, Wer-kennt-wen und Xing geraten benachteiligten ihre Nutzer, kritisierte der Bundesverband der Verbraucherzentralen am Dienstag in Berlin. Deshalb forderten die Verbraucherschützer sie zu Unterlassungserklärungen auf und sprachen von schlechten Standards. Die Anbieter müssten sicherstellen, dass Daten nur verwendet werden, wenn die Nutzer auch einwilligen. Der Anbieter Facebook wies die Kritik zurück.

Die Kunden müssten selbst entscheiden, ob ihre Daten über Suchmaschinen zu finden seien, forderten die Verbraucherzentralen. Einige Anbieter ließen sich zahlreiche Rechte an den Inhalten ihrer Nutzer geben. Dabei bestehe die Gefahr, dass sie mit Inhalten nach Belieben verfahren könnten, zum Beispiel mit Privatfotos. Andere Netzwerke sperrten den Zugang für Mitglieder ohne Gründe. Die Verbraucherschützer gaben nicht an, welche Vorwürfe sie konkret gegen welches Unternehmen erheben. Sie hatten den Anbieter mit den meisten Nutzern in Deutschland, StudiVZ, im vergangenen Jahr abgemahnt.

Facebook hält die Vorwürfe nicht für gerechtfertigt. "Facebook nimmt den Datenschutz und die Privatsphäre der Nutzer sehr ernst", sagte eine Sprecherin. Die Datenschutz-Einstellungen würden immer weiter verbessert. Die Unterlassungserklärung werde geprüft.

Verbraucherschützer machen ernst

Der Chef des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, Gerd Billen, sagte: "Dem Betreiber alle Rechte - dem Verbraucher bleibt das Schlechte: Nach diesem Motto scheinen die sozialen Netzwerke viel zu häufig zu verfahren." Die Expertin für soziale Netzwerke, Carola Elbrecht, betonte: "Wenn die geforderten Unterlassungserklärungen nicht abgegeben werden, werden wir das gerichtlich klären lassen." Der Branchenverband Bitkom riet den Mitgliedern sozialer Netzwerke grundsätzlich, die Möglichkeit zu nutzen, Datenschutzeinstellungen persönlich zu ändern. Dies sei "für viele soziale Netzwerke schon ein Qualitätsmerkmal", sagte ein Sprecher. So könnten die Nutzer entscheiden, ob die Mail-Adresse oder andere Kontaktdaten nur Freunden oder Geschäftspartnern zugänglich gemacht werde oder das eigene Profil nur für eigene Kontakte gefunden werden könne. (dpa)

0 Kommentare zu diesem Artikel
1021493