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Facebook leitet Börsengang ein

02.02.2012 | 07:15 Uhr |

Facebook hat gestern entscheidende Schritte für seinen geplanten Börsengang unternommen, der dem Unternehmen fünf bis zehn Milliarden US-Dollar für neue Investitionen einbringen soll.

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© Facebook

Die Banken Morgan Stanley, J.P. Morgan und Goldman Sachs unterstützen den Börsengang, wie aus den bei der Börsenaufsicht SEC eingereichten Papieren hervorgeht. Im Börsensprospekt sind auch aktuelle Geschäftszahlen zu finden, die Facebook nach einem Börsengang vierteljährlich veröffentlichen muss. Demnach erzielte die Firma im Jahr 2011 3,7 Milliarden US-Dollar Umsatz, im Jahr 2010 waren es zwei Milliarden US-Dollar gewesen. Facebook hat nach eigenen Angaben 800 Millionen Nutzer weltweit.

Der Wandel zu einer Aktiengesellschaft wird Facebook unter Wachstumsdruck setzen, Investoren erwarten Rendite. Dabei wird Facebook nach Analysten-Einschätzung unter anderem seine mobile Version verbessern wollen. Wie Brian Blau von Gartner meint, werde Facebook in den nächsten Monaten seine mobile Fassung besser an die Desktop-Version angleichen, noch handele es sich um zwei unterschiedliche Erfahrung, welche Anwender damit machten. Verbesserung der Suche erwartet Patrick Moorhead von Moor Insights & Strategy: "Wenn Facebook eine der besten Suchen hätte, warum sollte man die Site dann verlassen?" Eine bessere Suche würde auch Facebooks Werbeerlöse steigern, meint Greg Sterling von Sterling Market Intelligence. Facebook zähle zwar jeden vierten Seitenaufruf im Internet, erlöse aber nur zehn Prozent des Gesamtwerbeetats. Facebook sei zwar ein großartiges Kommunikationswerkzeug aber nicht so nützlich wie eine Suchmaschine.

Andere Experten rechnen damit, dass Facebook versuche, sich Drittentwicklern weiter zu öffnen und den Entwicklungsprozess für Anwendungen zu erleichtern.

Was die Zukunft der Privatshäre der Facebook-Nutzer betrifft gibt es unterschiedliche Meinungen. Sterling sieht Facebook unter dem Druck der Anleger seine Bemühungen um Nutzerdaten verstärkt, anhand derer man dem Publikum maßgeschneiderte Werbung ausliefern könnte. Das sei aber auch Faceboks Achillesferse, da der Anbieter bei der Abfrage und Auswertung privater Daten nicht zu weit gehen dürfe.

Die größere öffentliche Aufmerksamkeit auf ein börsennotiertes Unternehmen könne aber im Gegenteil dazu führen, dass Facebook sorgfältiger mit den Daten seiner Nutzer umgehe, schlägt Colin Zick von Foley Hoag vor. So verlange etwa die Börsenaufsicht SEC in den regelmäßigen Berichten auch Einschätzungen über das Risiko von Datenmissbrauch. Keinen Unterschied mag hingegen Gartners Blau erkennen: "Facebook will Geld machen und sie tun es, indem sie die von mir und dir täglich eingestellten privaten Daten auswerten. Ich glaube nicht, dass es da einen Unterschied macht, ob Facebook öffentlich oder privat ist."

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