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Spaß für Juristen: Warum das 802.11n-Update etwas kosten muss

16.01.2007 | 08:16 Uhr |

Nächsten Monat dürfen sich Besitzer eines Core-2-Duo-Macs über das "AirPort Extreme 802.11n Enabler 1.0"-Patch freuen.

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Dieses schaltet die bisher versteckte, von einigen Anwendern aber bereits früh entdeckte 802.11n-Funktion der jüngsten Intel-Mac-Generation frei. In den USA werden User, die den Geschwindigkeitsvorteil nutzen wollen, für das Update aber eine kleine Gebühr über 4,99 US-Dollar zahlen müssen . Grund ist der Sarbanes-Oxley Act ; ein Gesetzpaket, das der US-Kongress als Reaktion auf den Enron- und andere Wirtschaftsskandale im Jahr 2002 verabschiedet hat. Es soll unter anderem eine korrektere Buchführung in börsennotierten Unternehmen gewährleisten.

Für das 802.11n-Update bedeutet das : Apple hat die entsprechenden Macs mit einer Funktion ausgeliefert, die das Unternehmen nicht beworben hatte und das die Kunden zuvor nicht nutzen konnten. Je nach Auslegung schaltet Apple also kein Feature frei, sondern fügt ein neues hinzu - und je nach Auslegung hätte Apple dann zu dem Zeitpunkt, an dem die verkauften Macs die Fabrikhallen verlassen haben und als Umsatz in Apples Buchführung aufgetaucht sind, noch nicht das komplette Produkt ausgeliefert. Somit wäre die erst durch das Update erfüllte vollständige Auslieferung ohne eine Gebühr rechtswidrig, da sie dann nicht in Apples Buchführung auftauchen würde. Unproblematisch ist deshalb auch die Auslieferung des gleichen Updates mit der neuen AirPort Extreme Basisstation - für diese bezahlen die Kunden ja.

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