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Spekulation: Apple wollte Adobe Messestand bezahlen

26.07.2001 | 00:00 Uhr |

Um den Erfolg der Macworld Expo in New York sicher zu stellen und attraktive Aussteller in das Jacob K. Javits Center zu locken, hat Apple einem Bericht der britischen Zeitschrift MacUser zufolge wichtigen Softwareherstellern den Messestand bezahlen wollen.
Nachdem Adobe mit der offiziellen Begründung einer "schwachen wirtschaftlichen Situation" seinen Messeauftritt abgesagt habe, seien Emissäre aus Cupertino an den Photoshop-Hersteller herangetreten und hätten das "unmoralische Angebot" unterbreitet, alle Kosten für einen Messeauftritt zu bezahlen.
Wie die nicht näher genannten Quellen des Magazins zu berichten wissen, lägen die Gründe für die Adobe-Absage jedoch tiefer. Adobe habe sich über fehlenden Code in Mac-OS X beklagt, der die Portierung seiner Anwendungen erschwere und sei darüber hinaus von Apples Plänen, eine Bildbearbeitungssoftware namens iPhoto heraus zu bringen, "entsetzt" gewesen. Adobe habe demnach das Angebot zurück gewiesen, ein Messeauftritt ohne neue Software sei "die Sache nicht wert".
In Gestalt des europäischen Marketing-Direktors Mark Floisand erteilt das Unternehmen den Spekulationen eine Absage, die Beziehungen zu Apple seien nach wie vor ungetrübt.

Im Gegensatz zu Adobe habe sich Macromedia von Apple jedoch überzeugen lassen, berichtet MacUser weiter. Nachdem der Freehand-Hersteller im letzten Quartal einen Verlust von mehr als 100 Millionen US-Dollar bilanzieren musste, hatte man zunächst auf einen Messeauftritt verzichten wollen, dann Apples Angebot jedoch genutzt. Auch Macromedia dementiert das Gerücht. Macwelt-Redakteurin Dorothee Chlumsky konnte jedoch vor Ort feststellen, dass Macromedia seinen Messeauftritt offensichtlich schlampig oder hastig vorbereitet hatte. Weder war eine Pressemappe zu bekommen noch ein Gespräch mit einem Executive zu arrangieren. Am Messestand verwies man die wi?begierige Kollegin lediglich auf die Website des Unternehmens. pm

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