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Telekom fordert in Spitzel-Affäre Schadenersatz von Zumwinkel

19.04.2009 | 13:09 Uhr |

In der Telekom-Spitzelaffäre fordert der Bonner Konzern Schadenersatz von Ex-Aufsichtsratschef Klaus Zumwinkel. Die Deutsche Telekom habe Herrn Zumwinkel vor kurzem ein «anwaltliches Anspruchsschreiben» zugesandt, sagte ein Telekom- Sprecher am Samstag und bestätigte Medienberichte.

Es gehe um Pflichtverletzungen in der Zeit Zumwinkels als Chef des Aufsichtsrates. Zu möglichen weiteren zivilrechtlichen Schritten wollte sich der Sprecher nicht äußern, «wir warten erstmal ab». Das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» berichtete von den Schadensersatzansprüchen gegen Zumwinkel in Zusammenhang mit der Bespitzelungsaffäre von Journalisten, Aufsichtsräten und Gewerkschaftern. Die «Rheinische Post» (Samstag) bezifferte in einem Bericht die Ansprüche unter Bezug auf Unternehmenskreise auf «viele hunderttausend Euro».

Laut «Spiegel» wird Zumwinkel vorgeworfen, persönlich den Auftrag zum Aufspüren von Informationslecks in der Telekom an die Konzernsicherheit gegeben zu haben. Damit hätte der Manager nicht nur seine Kompetenzen als Aufsichtsrat überschritten. Er hätte eine solche weitreichende Weisung wohl nach Auffassung von Juristen auch in ihrer Ausführung und in ihren Konsequenzen überwachen müssen. Ähnliches gelte für Ex-Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke. Schadensersatzforderungen gegen ihn müssten jedoch - anders als bei Zumwinkel - nicht der Vorstand, sondern der Aufsichtsrat der Telekom einleiten. Beide Manager hatten die Vorwürfe in Zusammenhang mit der Spitzelaffäre bisher weit von sich gewiesen. Die Telekom betont laut «Spiegel», dass das «anwaltliche Anspruchsschreiben an Zumwinkel» keine Vorentscheidung im laufenden Strafverfahren sei. Dies sei allein Sache der zuständigen Staatsanwaltschaft. Die Telekom hatte in den Jahren 2005 und 2006 durch das Ausspähen von Verbindungsdaten der Weitergabe von Interna an Journalisten etwa aus dem Aufsichtsrat auf die Spur kommen wollen. Das Unternehmen selbst hatte im Mai 2008 Anzeige erstattet und betreffende Unterlagen der Staatsanwaltschaft übergeben. Insgesamt sollen etwa 60 Personen bespitzelt worden sein. Die Bonner Staatsanwaltschaft ermittelt seit fast einem Jahr auch gegen Zumwinkel. (dpa)

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