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Springer erwartet erstmals rote Zahlen

12.12.2001 | 00:00 Uhr |

Der Axel Springer Verlag rutscht erstmals in seiner mehr als 50-jährigen Unternehmensgeschichte in die roten Zahlen. Der Vorstand hat seine Prognosen für das laufende Geschäftsjahr nach unten korrigiert und rechnet nun mit einem negativen Jahresergebnis. Die Höhe bezifferte das größte Zeitungshaus Europas am Dienstagabend nach einer Aufsichtsratssitzung nicht. Ursächlich seien insbesondere die Aufwendungen aus den beschlossenen Restrukturierungsmaßnahmen. Das operative Ergebnis bleibe positiv. Es werde jedoch vor allem wegen des andauernd schlechten Anzeigengeschäfts und der Papierpreissteigerungen unter dem des Vorjahres liegen.

Der scheidende Vorstandschef August Fischer hatte Anfang November einen rigorosen Sparkurs angekündigt. Bis Ende 2003 würden zehn Prozent der rund 14 000 Stellen wegfallen, wobei betriebsbedingte Kündigungen vermieden werden sollen. Fischer wird zum Jahresbeginn 2002 durch Mathias Döpfner abgelöst. Im ersten Halbjahr 2001 war der Jahresüberschuss der Konzerns von 81 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 14 Millionen Euro (27,38 Mio DM) gesunken. Im Gesamtjahr 2000 hatte der Konzern 98 Millionen Euro Jahresüberschuss. Auf der Hauptversammlung im Juni hatte der inzwischen ausgeschiedene Finanzvorstand Ralf Kogeler angekündigt, das Vorjahresniveau werde nicht zu erreichen sein. Der Verlag überprüft seit längerem alle Geschäftsfelder. Zentrale Multimediaeinheit wird ab Januar die neue Gesellschaft AS Interactive GmbH. Die Tageszeitungen "Welt" und "Berliner Morgenpost" sollen redaktionell zusammengelegt werden. Der Auslandsdienst SAD wird ebenfalls umstrukturiert und seine Zentrale in Hamburg aufgelöst. Das im Ballungsraum Mannheim-Ludwigshafen geteste Boulevardblatt "Extra" wurde wieder eingestellt. dpa

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