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Sprung in die Zukunft: Intels neue Prozessoren

23.11.2006 | 15:38 Uhr |

Intels nächster großer Sprung findet 2008 statt: Dann, schreibt The Inquirer, wird der Chip-Hersteller wieder neue Prozessoren vorstellen, die sich in Technik und Ausstattung deutlich von den aktuellen Modellen unterscheiden. Der Trend geht hin zum Alleskönner: Fünf Jahre nach dem Hauptkonkurrenten AMD will auch Intel den Speicherkontroller auf die CPU holen.

Bei Intel wimmelt es nur so von Codenamen, die für neue Architekturen und Prozessoren stehen. Es gibt neue Prozessormodelle auf Basis aktueller Produkte, Neuentwicklungen und Brüche mit vorhandenen Systemen. Mitte 2008 plant der Hersteller wohl den nächsten Coup, glaubt man den ungenannten Quellen des britischen Magazins The Inquirer: "Es scheint, dass die Zukunft von Intels Architektur beschlossen ist."

Aller guten Dinge sind drei

Die aktuellen Prozessoren von Intel tragen die Codenamen "Merom", "Conroe" und "Woodcrest". Während der Hersteller den Chip für Notebooks Merom und das Desktop-Modell Conroe unter der Marke Core (2) verkauft ( wir berichteten ), steckt Woodcrest unter der Bezeichnung Xeon beispielsweise in den Apple Xserves. Ersetzt werden sollen alle drei Varianten ab 2008 durch neue Prozessoren mit den Codenamen "Gilo" (mobil), "Bloomfield" (Desktop) und "Gainestown" (Server).

Integrierter Speicherkontroller: Bloomfield

Mit den neuen Chips soll Intel auch das Ende des Front Side Bus einläuten, der bislang die Verbindung zwischen Prozessor und Arbeitsspeicher herstellte. Wie bereits Konkurrent AMD will der Hersteller den Speicherkontroller direkt in den Prozessor integrieren - ein Richtungswechsel. "Intel hat dies bisher auf Grund der damals immer noch schnell folgenden Speicherstandards als zu unflexibel bezeichnet", erklärt Golem . Bloomfield spricht laut Inquirer den RAM direkt an und ist für DDR-3-Module ausgelegt. Dafür setzt der Prozessor anscheinend auf einen neuen Sockel mit 1.366 Kontakten, "Socket B", der den aktuellen "Socket 775" ersetzt. Intel werde darüber hinaus die Parallelverabeitungstechnik Hyper-Threading wieder im Desktop-Bereich einführen, die den Durchsatz dafür optimierter rechenintensiver Anwendungen verbessern soll, indem sie Threads und Prozesse parallel verarbeitet. Man könne auch mit verbesserten Fließkommaeinheiten und erweiterten SSE-Befehlssätzen rechnen, nähere Informationen dazu stünden aber noch aus.

Entwicklungen bis 2008

In der Zwischenzeit hat Intel noch einige Zwischenstufen eingeplant: Aus zwei auf einen Sockel gepackten Conroe-Prozessoren hat die Firma aus Santa Clara bereits "Kentsfield" (Bild) gebastelt, der mit vier Kernen als "Core 2 Extreme QX6700" bereits in der Fertigung ist ( wir berichteten ). Ende 2007 soll ihn "Yorkfield" ablösen, der nicht mehr in 65-, sondern in 45-Nanometer-Bauweise erscheint - er wird voraussichtlich vier Kerne auf einem einzigen Halbleiterchip vereinen. Bloomfield ist schließlich sein Nachfolger.

Alles aus einem Guss: Folgt die Grafik?

Die Integration der Speicherverwaltung ins CPU-Design scheint einem allgemeinen Trend zu folgen. AMD hat diesen Schritt nicht nur bereits vor Jahren hinter sich gebracht, jetzt entwickelt der Konkurrent bereits einen Prozessor für Notebooks, der auch den Grafikchip überflüssig macht : "Fusion" kommt nach Angaben des Herstellers zum Jahreswechsel 2008/2009 auf den Markt - wird Intel auch diesem Vorbild folgen?

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