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Staatsanwalt: Microsoft und Google unternehmen zu wenig gegen Smartphonediebe

21.07.2013 | 16:54 Uhr |

Samsung und Apple hingegen haben am letzten Donnerstag der neuen Gesetzesinitiative ihre Vorschläge unterbreitet, wie die neuen Galaxy-Modelle und iOS7 gestohlene Geräte außer Betrieb setzen können.

In Folge zunehmender Diebstähle von Smartphones, in denen oft Gewalt und Waffen eingesetzt werden und auch vor Mord nicht zurückgeschreckt wird, hat eine Gruppe von Staatsanwälten in den USA eine Gesetzesinitiative gegründet: Smartphone-Hersteller sollen Mechanismen einführen, um gestohlene Smartphones unbrauchbar zu machen. George Gascon, Bezirks-Staatsanwalt in San Francisco, beklagt laut unserer US-Kollegen von Techhive , dass von den vier großen Herstellern nur Samsung und Apple bereits kooperieren, aber Google und Microsoft noch keinerlei Initiative zeigen.

Am letzten Donnerstag haben Samsung und Apple in Gascons Büro ihre Vorschläge unterbreitet. Apple arbeitet mit einem Aktivierungs-Schlüssel, mit denen ein iPhone gesperrt, deaktiviert, re-aktiviert oder auch per Fern-Zugriff gelöscht werden kann. Ein Anwender kann mit Benutzername und Passwort den Schlüssel selbst erzeugen und im Internet zum Schutz und Kontrolle des iPhones einsetzen.

Samsung stellte hingegen die App "Lojack für mobile Geräte" auf dem neuen Galaxy S4 vor. Die App ist in die Firmware des Smartphones eingebaut und erlaubt dem Besitzer, die Position des Galaxy S4 aufzuspüren, sobald das gestohlene Handy an ein Netzwerk angeschlossen wird. John Livingston, CEO bei Absolute Software, dem Entwickler von Lojack, fügt hinzu, dass die App auch gleich mit der Polizei zusammenarbeitet: Bei einem Diebstahl wird die Polizei automatisch eingeschaltet, um das Gerät für den Besitzer zu beschlagnahmen und ein Verfahren gegen den Dieb einzuleiten. Der Vorteil beim Einbetten der App in die Firmware liegt darin, dass laut Livingston die Software mit hoher Wahrscheinlichkeit alle Angriffe überlebt, wenn ein Dieb versucht, den ROM-Speicher zu überschreiben oder Zugang zum Betriebssystem zu erlangen.

In einem Interview lobte Gascon am letzten Freitag, dass sowohl Apples iOS7 als auch Samsungs neue Galaxy-Modelle große technische Fortschritte in der Diebstahlsicherung zeigt. Ziel ist jedoch, dass jedes Smartphone einen für den Anwender kostenlosen Schalter zum Absichern hat, während Samsung für seien Lojack-App 30 US-Dollar Abo-Gebühren pro Jahr verlangt. Die von Apple und Samsung am Vortag vorgestellten Mechanismen wurden umgehend von Sicherheitsexperten überprüft , aber Einzelheiten dieser Test und Untersuchungen können noch nicht preisgegeben werden, da die Software beider Hersteller noch in der Entwicklungsphase ist.

Microsoft und Google hingegen halten sich laut Gascon völlig bedeckt. Auf Nachfrage kommentierte Livingston, dass die Firma die Lojack-Software auch Microsoft und Google anbieten will. Die Frist der Gesetzesinitiative steht fest: "Alle Hersteller müssen Anti-Diebstahl-Mechanismen in ihre Smartphones bis 2014 einbauen oder sie werden zur Verantwortung gezogen," betont Gascon. Eric Schneidermann, Staatsanwalt des Staates New York und Mitglied der Gesetzesinitiative, dass in seinem Staat gleich zwei Gesetze anwendbar sind, die beide betrügerische Handelsabkommen verurteilen. Gascon arbeitet daran, große Investment-Firmen auf seine Seite zu ziehen und damit finanziellen Druck zum Durchsetzen seiner Forderungen auszuüben, hofft aber, dass die Smartphone-Hersteller freiwillig die neuen Richtlinien befolgen werden.

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