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Stadtnetzbetreiber durch mehr Ortsnetzwettbewerb unter Druck

26.12.2003 | 11:40 Uhr |

Die Stadtnetzbetreiber sind durch die Öffnung des Ortsnetzes für neue Telefonanbieter unter Druck geraten. "Unsere Wettbewerbslage im Vergleich zu den reinen Verbindungsnetzbetreibern ist ungünstiger geworden", sagte der Geschäftsführer des Bundesverbandes der regionalen und lokalen Telekommunikationsgesellschaften (breko), Rainer Lüddemann, in einem dpa-Gespräch.

Vor allem Billiganbieter haben seit der Einführung der freien Betreiberauswahl via Call-by-Call Marktanteile hinzugewonnen. In der reinen Sprachtelefonie lohne es sich für die Kunden kaum noch, über einen vollständigen Wechsel zu einem lokalen Anbieter nachzudenken, betonte Lüddemann. "Heute ist es schwieriger geworden, Privatkunden einen Komplettanschluss zu verkaufen".

Seit April 2003 können sich die Verbraucher wie bei Fern- und Auslandsgesprächen auch im Ortsnetz vor jedem Telefonat für einen anderen Telefonanbieter entscheiden. Einige Telefongesellschaften sind dabei mit Niedrigpreisen von weniger als 1 Cent pro Minute in den Markt gegangen. Der Marktführer Telekom hat seit Einführung des Call-by-Call im Ortsnetz deutliche Marktanteile verloren.

Trotz des verschärften Preiswettbewerbs hat sich das Wachstum der rund 40 lokalen und regionalen Telefongesellschaften 2003 fortgesetzt. Zum Jahresende werde erstmals die Umsatzschwelle von 1 Milliarde Euro überschritten. "Damit haben die Anbieter zwei Jahre in Folge im Schnitt ein Plus von 30 Prozent erzielt", sagte Lüddemann. Erfolgreich seien die Unternehmen vor allem mit Breitbanddiensten wie DSL. Für diesen Bereich stellte Lüddemann Zuwächse zwischen 20 und 35 Prozent fest.

Mehr Wettbewerb bekommen die Stadtnetzbetreiber inzwischen auch von Mobilfunkunternehmen. Ähnlich wie die Telekom müssen die lokalen Anbieter für die Durchleitung von Telefonaten an eine Mobilfunkfirma so genannte Terminierungsentgelte zahlen. Diese betragen zum Teil das Sechsfache des Preises, den Mobilfunkunternehmen umgekehrt für Telefonate ins Festnetz berechnen. Lüddemann: "Wir bezahlen somit unsere eigene Verdrängungsstrategie".

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