935701

Starke Nachfrage nach dem Tiger

26.04.2005 | 14:30 Uhr |

Apple hat vor 18 Monaten Mac-OS X 10.3 als seine am besten verkaufte Software aller Zeiten verkauft. Der Nachfolger könnte neue Rekorde aufstellen.

In drei Tagen hat für die meisten Mac-Anwender das Warten auf den Tiger ein Ende. Ab 18 Uhr Ortszeit erlaubt Apple den Verkauf des neuen Betriebssystems, bundesweit veranstalten Händler Partys zur Einführung von Mac-OS X 10.4. Anders als vor 18 Monaten, als der Panther hierzulande am Premierentag erst ab 20 Uhr hätte verkauft werden dürfen, steht dem sofortigen Erwerb des neuen Betriebssystems kein Ladenschlussgesetz im Wege.

Wer sich zu einer der Premierenpartys anmeldet, kann in der Regel gleich einen Gutschein für den Tiger mitbestellen, den es am Freitagabend einzulösen gilt. Die Händler hoffen derart, die Nachfrage kanalisieren zu können.

Gravis garantiert seinen Kunden, noch am Premierenabend den Tiger in den Händen zu halten. Jeder, der am Freitag mit einem vorab gekauften Voucher in eine der 20 Filialen kommt, soll das Update schnellst möglich erhalten. Gravis will mit dem VIP-Voucher genannten Bezugsschein vermeiden, dass es wie beim Panther-Start zu langen Schlangen vor den Kassen kommt. Vorstand Archibald Horlitz rechnet mit einer gegenüber Mac-OS X 10.3 deutlich gestiegenen Nachfrage. Innerhalb der ersten beiden Tage habe man im Oktober 2003 mehrere tausend Stück des Betriebssystems verkauft. Die Nachfrage nach dem Tiger schätzt die Handleskette als "sehr hoch" ein, in den Läden vor Ort will man aber entsprechend gerüstet sein: "Gegenüber Panther haben wir die Mengen verdreifacht", erklärt Horlitz gegenüber Macwelt. Werde man jedoch vom Ansturm positiv überrascht und sollten deshalb die disponierten Mengen nicht ausreichen, erhalten zu kurz gekommene Kunden kostenlos das Programmpaket iLife 05.

Das in München ansässige Bürozentrum Schulz hat bis Dienstag die Anmeldungen von 50 Mac-Anwendern vorliegen. Von den Softwarepaketen sind 70 noch nicht reserviert, derzeit ist also davon auszugehen, dass jeder Kaufinteressierte einen Tiger mitnehmen kann. Stefan Wimmer, bei Schulz für den Vertrieb der Apple-Produkte zuständig, schätzt den "Hype um den Tiger" im Vergleich zum Start des Panther im Oktober 2003 als größer. Aus Händlersicht fehlten ihm jedoch exakte Vergleichswerte, als Mac-OS X 10.3 auf den Markt kam, war er noch bei Apple beschäftigt.

Etwa gleich der Nachfrage nach Mac-OS X 10.3 schätzt Reinhold Gatzka die Tiger-Nachfrage im Partnernetzwerk von Comspot ein. 16 der Partner des Verbundes von Händlern und Systemhäusern werden am Freitag mit Veranstaltungen in ihren Räumen die Premiere von Mac-OS X 10.4 begehen. Instalations-DVDs werden in allen Läden vorrätig sein, die offenen Aufträge könne man "entspannt bedienen."

Der Dresdner Versender Cyberport lockt potentielle Käufer mit einem kostenlosen Upgrade auf den Tiger. Bestellt man einen Rechner, der noch unter Panther läuft, erwirbt man das Recht, auf das neue System zu aktualisieren. Apple hat den 12. April als Stichtag für die Upgrade-Aktion genannt, wer kurz davor einen Mac gekauft hat, muss den vollen Preis für den Tiger berappen. Komplett kostenlos ist der Tiger in diesem Fall zwar auch nicht, Apple verlangt eine Bearbeitungsgebühr von 18 Euro für sein Up-to-Date-Programm. Cyberport legt Neukäufern jedoch einen Gutschein in der gleichen Höhe bei, den es beim nächsten Einkauf bei einem Mindestbestellwert von 100 Euro einzulösen gilt. Die Vollversion des Tiger geben die Dresdner nach Auskunft ihrer Website "voraussichtlich ab 28.4.05" auf den Postweg, das Betriebssystem ist optional mit Einkaufsgutscheinen im Wert bis zu 75 Euro erhältlich. Die Höhe des Rabatts ist von der Bestellhöhe abhängig. Das Angebot gilt bis 29. April, die Gutscheine müssen bis Ende September eingelöst sein.

Macwelt.de wird am kommenden Wochenende ausführlich über den Tiger-Verkaufsstart berichten.

0 Kommentare zu diesem Artikel
935701