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Steinhoff schmeißt hin

19.01.2005 | 14:08 Uhr |

Ein Kommentar zum Rückzug von Frank Steinhoff.

Chefredakteur Sebastian Hirsch kommentiert die Apple-Personalie
Vergrößern Chefredakteur Sebastian Hirsch kommentiert die Apple-Personalie
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Am Montag verkündete er noch, man könne mit phänomenalen Wachstumszahlen aufwarten und werde bald Marktführer im MP3-Player-Bereich, heute die überraschende Nachricht seines Abgangs - Frank Steinhoff, seit vier Jahren Statthalter Apples in Deutschland, hätte sich kaum einen spektakuläreren Zeitpunkt für seinen Abgang aussuchen können. Nach den Neuvorstellungen Anfang Januar, die auch hierzulande für einigen Wirbel sorgten, und den phantastischen Wachstums- und Geschäftszahlen (Umsatz fast verdoppelt, Gewinn vervierfacht) erwartet man von einem Geschäftsführer, dass er, am Erfolg beteiligt, in seiner Firma zu höheren Weihen berufen wird, nicht, dass er geht. Und so ist zu vermuten, dass es der Erfolg ist, nicht das Versagen, der Steinhoff neue Wege gehen lässt.

Denn dass Steinhoff, wie allgemein zu hören ist, auf eigenen Wunsch geht, ist angesichts einer vierjährigen erfolgreichen Amtszeit sicher nur die halbe Wahrheit. Die andere Hälfte dürfte sein, dass die Arbeit in einem Unternehmen, das sich immer stärker zentralisiert, zumindest dann frustrierend sein kann, wenn man nicht in der Zentrale sitzt. Die Musik, wie man so sagt, spielt bei Apple schon lange in Cupertino beziehungsweise in Paris, örtliche Niederlassungen sind bei Apple nicht mehr als ebensolche. Und so, wie man weiland nur etwas wurde, wenn man Zugang "zum Hofe" hatte, so funktioniert derzeit auch Apple. Kommt man mit solchen Strukturen nicht zurecht, dann wird es eng im Hause Apple, auch für die Erfolgreichen.

Vielleicht hat der Abgang Steinhoffs auch ganz andere Gründe, etwa persönlicher Art. Angesichts des Zeitpunkts und der völlig ungeklärten Nachfolge würde dies allerdings eher verwundern.

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