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Neue Details: iOS-Apps werden teurer (Update)

08.01.2015 | 11:35 Uhr |

Wegen neuer Steuergesetzgebung in der EU steigen die Preise für Apps und vermutlich auch für andere iTunes-Artikel. Update mit Details.

Nachtrag: Nach uns vorliegenden Informationen werden die Preise im App Store eins zu eins an die Dollar-Preise angepasst. Das bedeutet, dass Apps fortan ab 99 Cent kosten. Anwendungen, die beispielsweise bisher 3,59 Euro kosteten, liegen dann bei 3,99 Euro, falls der Anbieter die gleiche Preisstufe beibehält.

Bei iBooks könnten die Preissteigerungen noch deutlicher werden. Denn hier lag die (luxemburgische) Mehrwertsteuer bisher bei nur drei Prozent, in Deutschland werden elektronische Bücher jedoch mit dem vollen Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent belegt (gedruckte Bücher dagegen mit nur 7 Prozent). Letztlich liegt es jedoch in der Hand der jeweiligen Anbieter, ob sie die Preissteigerungen mitmachen oder auf eine niedrigere Preisstufe des iTunes Store wechseln.

Nachtrag zum Nachtrag: Die Änderungen sind inzwischen in Kraft getreten, Apple hat die Preise in der Tat genau an die US-Preise angepasst. Im iBookstore gibt es derzeit keine offensichtlichen Änderungen. Hier hat Apple die höhere Steuer eventuell bei gleichem Bruttopreis vom Anteil der Anbieter abgezogen.

Die neuen App-Preise im deutschen App Store entsprechen eins zu eins den Dollarpreisen in den USA.
Vergrößern Die neuen App-Preise im deutschen App Store entsprechen eins zu eins den Dollarpreisen in den USA.

Ursprüngliche Meldung:

Apple hat angekündigt, dass bis zum Freitag, dem 9. Januar, die Mehrwertsteuer im App Store angepasst werden wird. Der Steueranteil steigt dann von bisher 15 auf 19 Prozent vom Kaufpreis bei Apps. Grund dafür ist eine EU-Richtlinie, die im Juli 2014 vom Bundestag in deutsches Recht übernommen wurde. Diese besagt, dass digitale Waren in Zukunft am Wohnort des Käufers versteuert werden müssen und nicht am Ort des Firmensitzes.

Die europäische iTunes-Vertretung sitzt in Luxemburg (wie auch viele andere digitale Händler), bisher fielen bei deutschen App-Käufen 15 Prozent Mehrwertsteuer an - der luxemburgische Satz. Dies wird zur Folge haben, dass Apps aus dem iTunes Store in den kommenden Stunden ein wenig teurer werden. Wie viel dies ausmachen wird, ist noch nicht bekannt, denn Apple will gleichzeitig auch Währungsanpassungen vornehmen. Der Euro hat in den letzten Monaten gegenüber dem Dollar deutlich nachgelassen. Das könnte ein Anlass für Apple sein, die europäischen Preise zusätzlich anzuheben.

Die Preisgestaltung der Entwickler im iTunes Store ist nicht völlig frei, sondern es gibt von Apple vorgegebene Preisstufen ("Tiers"), aus denen Anbieter auswählen können. Lag die günstigste Preisstufe im iTunes Store 2009 noch bei 79 Cent, sind es seit 2012 nach einer Währungsanpassung 89 Cent. In den USA liegt die Untergrenze für Apps seit jeher bei 99 Dollar-Cent. Mit der höheren Mehrwertsteuer und dem - für Apple - schlechteren Umrechnungskurs wäre es möglich, dass Apple den Mindestpreis beispielsweise auf 99 Cent erhöht.

Wie Apple bei Filmen, Büchern und Musik handeln wird, ist noch offen. Auch hier könnte es durch höhere Steuern und den schwächeren Wechselkurs zu Preiserhöhungen kommen. Ein Positives hat die Preiserhöhung zumindest indirekt: Die Umsätze des iTunes Stores werden ab sofort in Deutschland und nicht mehr in Luxemburg versteuert.

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