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Steve Jobs eröffnet WWDC 2002

06.05.2002 | 11:35 Uhr |

Das Schwerpunktthema der Entwicklerkonferenz in San Jose wird Mac-OS X 10.2 sein. Insgesamt lädt Apple zu 150 Veranstaltungen, Macwelt ist vor Ort.

Nach der wenig spektakulären Vorstellung des eMac und der neuen Powerbook-Modelle rechnen die Beobachter wieder mit einer glanzvollen Veranstaltung: Apple hat Entwickler und Journalisten zur Eröffnung der Entwicklerkonferenz gerufen - Steve Jobs lässt es sich nicht nehmen Mac-OS X 10.2 vorzustellen. Erwartet werden vor allem Detailverbesserungen, wie die Erweiterung der Druckmöglichkeiten. In der Gerüchteküche war aber auch zu hören, dass Apple mit aller Kraft daran arbeitet, die von vielen kritisierte Arbeitsgeschwindigkeit von Mac-OS X zu verbessern.

Wie alle Jahre ist der Terminplan der Konferenz dicht gepackt. In den fünf Tagen stehen rund 150 Veranstaltungen auf dem Programm, während der Hauptzeit von 9 Uhr morgens bis 19 Uhr abends laufen meistens sechs Seminare parallel. Allein aus der Verteilung wird klar, welche Schwerpunkte Apple setzt: Ganz vorne stehen Carbon und Cocoa, die zwei wichtigsten Bestandteile von Mac-OS X, die die Arbeit für bisherige und künftige Apple-Entwickler deutlich erleichtern. Daneben kommen aber auch Java- und Unix-Fachleute auf ihre Kosten. Quicktime 6 und MPEG 4 bilden einen weiterer Schwerpunkt. Au?erdem vermittelt Apple in acht Seminaren, die weitere Entwicklung des Server-Variante von Mac-OS X. Dagegen fallen die Informationen über die künftige Apple-Hardware dieses Jahr deutlich spärlicher aus, auf der Tagesordnung fehlt die gewohnte Prozessorvorstellung ebenso wie Informationen über Busssysteme und andere Internas der Apple-Rechner. Details wird es aber zu Bluetooth geben jener Funktechnik, über die die Apple-Ingenieure im Vorjahr noch Witze rissen, die aber seit Februar 2002 gleichberechtigt neben Airport existieren soll. Die leistungsfähigeren Airport-Netze bleiben aber der Kommunikation zwischen Rechnern vorbehalten, während Bluetooth vor allem dem Kabelwirrwarr beim Anschluss von kleineren Handgeräten wie Organizern, Kameras oder Handys ein Ende machen soll.

Drum herum ist wie immer für Ablenkung gesorgt. In der Ausstellung findet man Firmen wie die Datenbankhersteller 4D, Filemaker und Frontbase, aber auch aus der PC-Welt bekannte Hersteller von Entwicklerwerkzeugen wie Borland und Sybase. Im Internet-Cafe gibt es neben den coffeinhaltigen Erfrischungen viele iMacs mit Internet-Anschluss und wieder acht "Entspannungshilfen" - Macs mit der aktuellsten Ballersoftware, die in einem eigenen Computernetz den harten Wettkampf beziehungsweise das Gruppengefühl zwischen Entwicklern fördern sollen.

Die ersten Fotos stammen unter anderem vom Strassenfestival "Cinco de Mayo", mit dem die mexikanische Bevölkerung, den 1826 errungenen Sieg über die französischen Kolonialtruppen in Pueblas feiert. Von der Rezension in der Computerbranche merkt man auf den Strassen wenig, ein genauer Blick in einige Gebäude zeigt aber die Folgen, die man dann auch im Stellenteil der lokalen Zeitung San Jose Mercury News sieht: Excite@Home nutzte bis Mitte 2001 ein gro?es Gebäude entlang des Highways 101 - jetzt erkennt man schon vom Auto aus, dass hinter der teilweise verspiegelten Fassade niemand mehr arbeitet. Alle Büros sind leer, durch die Scheiben wird die dahinter liegende Hügelkette sichtbar. Hauptartikel der San Jose Mercury News wie der New York Times ist ein Bericht über die am vorigen Wochenende abgeschlossene Fusion von Compaq und Hewlett-Packard (HP), bei der in den kommenden zwei Jahren zehn Prozent (15 000) der 150 000 Angestellten ihren Arbeitsplatz verlieren werden. Apple hat in dieser Hinsicht einen guten Ruf, allerdings kann man gelegentlich zwischen den Zeilen lesen, dass Apple-Entwickler, vor allem die Informatik-Studenten, die in diesem Frühjahr einen Job suchen, ebenfalls gelegentlich vor verschlossenen Türen stehen. Vorerst behilft man sich mit Hilfen für die Karrerieplanung und gibt Tipps, wie geschickt formulierte Bewerbungsschreiben am besten die kleinen Schwächen des Kandidaten kaschieren.

Walter Mehl, z.Zt. in San Jose

Die ersten Bilder aus San Jose...

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