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Steve Jobs erliegt seinem Krebsleiden - weltweite Trauer in der IT-Industrie

06.10.2011 | 07:35 Uhr |

Weltweit hat die Nachricht von Steve Jobs' Tod Trauer und Bestürzung ausgelöst - in die Trauer mischt sich aber auch Dankbarkeit, einen Visionär wie ihn gekannt zu haben. Jobs wurde nur 56 Jahre alt, seit acht Jahren hat er gegen den Krebs gekämpft.

RIP Steve Jobs
Vergrößern RIP Steve Jobs

Steve Jobs ist tot. Der Apple-Gründer erlag gestern seinem langjährigen Krebsleiden im Alter von 56 Jahren. Erst im August hatte er sich als Apple-CEO von der Öffentlichkeit verabschiedet, da er sich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage sah, das Unternehmen zu leiten. Der Apple-Aufsichtsrat bestätigt den Tod seines Chairmans:

Wir sind tief traurig, mitteilen zu müssen, dass Steve Jobs heute verstorben ist. Steves Großartigkeit, Leidenschaft und Energie waren die Quelle zahlloser Innovationen, die unser aller Leben bereichern und verbessern. Die Welt ist wegen Steve unermesslich viel besser geworden. Seine größte Liebe galt seiner Frau Laurene und seiner Familie, Unsere Herzen fühlen mit ihnen und all jenen, die er mit seinen außerordentlichen Gaben berührte.

Jobs starb am Mittwoch "friedlich im Kreise seiner Familie", die folgende Erklärung veröffentlichte: "In seinem öffentlichen Leben war Steve als visionär bekannt, in seinem Privatleben wertschätzte er seine Familie. Wir danken den vielen Menschen, die im letzten Jahr seiner Krankheit uns mit ihren Wünschen und Gebeten begleiteten." Die Familie will eine Kondolenz-Website einrichten und bittet die Öffentlichkeit in der Trauerzeit, ihre Privatsphäre zu respektieren.

"Keine Worte können unsere Trauer über Steves Tod ausdrücken und die Dankbarkeit, dass wir mit ihm zusammenarbeiten dürften," schreibt Apple-CEO Tim Cook in einem Mitarbeiterbrief. "Wir werden seine Erinnerung ehren, indem wir uns verpflichten, die Arbeit fort zu setzen, die er so liebte."

Ärzte hatten im Sommer 2003 bei Steve Jobs eine seltene Art des Bauchspeicherdrüsenkrebs festgestellt, ein Jahr später wurde der Tumor operativ entfernt, Jobs fehlte Apple nur gut drei Monate im operativen Geschäft. Sichtlich abgemagert, zog sich Jobs im Januar 2009 erstmals für längere Zeit zur Rekonvaleszenz zurück, im Juni 2009 wurde eine Lebertransplantation bekannt, im September kehrte er in die Öffentlichkeit zurück. Im Januar 2011 verließ Apple das Unternehmen erneut für eine krankheitsbedingte Auszeit, blieb aber wie in der Abwesenheit zuvor in alle wichtigen Entscheidungen des Unternehmens eingebunden. Zur Vorstellung des iPad 2 am 2. März und der Eröffnung der WWDC am 6. Juni führte er jeweils durch die Keynotes. Am 24. August 2011 gab er jedoch bekannt, seinen Posten als Apple-CEO endgültig aufzugeben, da er seine Gesundheit ihn seine Aufgaben nicht mehr erfüllen ließe. Als "Chairman" des Aufsichtsrates, einem neu geschaffenen Posten, wollte er jedoch für Apple weiterhin wirken. Sein Haus sah er bestellt, in dem er seinem Vertreter Tim Cook als Nachfolger auf dem Posten des CEO empfahl, in seinen letzten Worten als CEO sah er Apple für die Zukunft gerüstet: "Ich glaube, Apples beste und innovativste Tage liegen noch vor uns."

Weggefährten, Konkurrenten und Marktbeobachter reagieren traurig und bestürzt auf die Nachricht. Microsoft-Gründer Bill Gates erklärt All Things D: "Ich bin tief traurig, über Steve Jobs’ Tod zu hören. Melinda und ich kondolieren aufrichtig seiner Familie und seinen Freunden und jedem, der Steve mit seinem Werk begegnete. Steve und ich haben uns erstmals vor fast 30 Jahren getroffen, wir waren Kollegen, Konkurrenten und Freunde für mehr als die Hälfte unserer Leben. Die Welt lernt selten jemanden mit einer derart tief greifenden Bedeutung kennen, wie es bei Steve der Fall war. Sein Wirken wird man noch über Generationen spüren. Für diejenigen, die das Glück hatten, mit ihm zu arbeiten, ist es ein riesiger Verlust. Ich werde Steve wahnsinnig vermissen."

Aus dem Weißen Haus lässt Präsident Barack Obama vermelden: "Michelle und ich sind traurig über die Nachricht vom Hinscheiden Steve Jobs’. Steve war einer der größten amerikanischen Innovatoren - tapfer genug, um anders zu denken, stolz genug, um zu denken, er könne die Welt verändern und talentiert genug, um das auch zu tun. […] Die Welt hat einen Visionär verloren. Und es gibt keinen größeren Tribut an ihn und sein Schaffen, dass der Großteil der Welt von seinem Tod auf einem Gerät erfahren hat, das er mit erschaffen hat."

Google-Mitbegründer Sergey Brin erinnert sich: "Seit den ersten Tagen von Google mussten Larry und ich nicht weiter als nach Cupertino sehen, um etwas Inspiration für Vision und Leitung zu finden. Steve, deine Leidenschaft für Vorzüglichkeit fühlt jeder, der je ein Apple-Produkt in die Hand genommen hat (inklusive des Macbooks, auf dem ich das hier schreibe). […] Alle bei Google und in der Technologieindustrie im Allgemeinen werden dich sehr vermissen. Ich kondoliere der Familie, den Freunden und den Kollegen bei Apple."

Michael Dell, der mit Jobs mehr als einmal aneckte, preist das Werk seines Konkurrenten und Freundes: "Heute hat die Welt eine visionäre Führungsfigur verloren, die Technologieindustrie eine Legende und ich einen Freund und Gründerkollegen. Das Vermächtnis von Steve Jobs wird über kommende Generationen wirken."

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg erklärt: "Steve, danke, dass du eine Mentor und Freund warst. Danke, dass du gezeigt hast, dass dein Werk die Welt verändern kann. Ich werde dich vermissen."

Auch Samsung lässt den Streit um Patente einmal Streit sein und kondoliert Apple und der Familie über den CEO Choi Gee-sung:

"Samsung Electronics ist traurig, vom Tod des Chairmans Steve Jobs zu hören und möchte sein tiefstes Mitgefühl ausdrücken. Chairman Steve Jobs hat unzählige revolutionäre Änderungen in der Informationstechnologie ausgelöst und war ein großer Unternehmer. An seinen innovativen Geist und seine bemerkenswerten Fähigkeiten wird sich die Welt noch lange erinnern."

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