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Steve Jobs stellt Macs in den Serverschrank

14.05.2002 | 20:33 Uhr |

Auf einer Pressekonferenz in Cupertino hat der Apple-CEO rack-mountable Server vorgestellt. Xserve nimmt im Rack nur eine Höheneinheit ein.

München/Macwelt - Mit den Worten "Wir sind der weltgrößte UNIX-Entwickler" hat Steve Jobs die Einführung der neuen Serverhardware von Apple begonnen. In einem Jahr voller Innovationen wolle man heute ein weitere hinzufügen.
Xserve hat Apple nach Aussagen seines CEO "von Grund auf" nach den Wünschen seiner Kunden entwickelt, die einen in 19-Zoll-Schränke einbaubaren Server gefordert hätten, der als Daten-, Datenbank-, Web- und E-Mail-Server dient und sich leicht fernwarten lässt. In Gehäuse von einer Höheneinheit steckt Apple zwei 1-GHz-G4-Prozessoren mit je 256 KB Level-2-Cache und einem 4 MB großen DDR-Level-3-Cache. Bis zu vier Festplatten lassen sich in dafür vorgesehene Schächte montieren, Apple bietet ATA/100-Laufwerke mit Kapazitäten von 60 GB oder 120 GB an, Xserve bringt es auf eine maximale Speicherkapazität von 480 GB. ATA hat man den Vorzug gegenüber dem nur geringfügig schnellerem SCSI gegeben, weil die Schnittstelle laut Steve Jobs Zugriff auf größere Kapazitäten gewährt. Im laufenden Betrieb sollen Anwender die Festplatten mit einem Griff austauschen können, eine Software überwacht die Integrität der Laufwerke, um Versagen rechtzeitig vorhersagen zu können. Neben den Festplatten stecken auch alle anderen Xserve-Komponenten in Schubladen, die die Wartung des Servers erleichtern sollen. Auch die Temperaturen von Prozessor und Gehäuse sowie der Zustend von Lüftern und der Netzverbindung unterliegen der Überwachung durch die Monitoring-Software, die den Administrator bei einem drohenden Ausfall alarmiert.

Alarm löst Xserve auch sofort aus, sobald sich ein unbefugter am gesicherten Gehäuse zu schaffen macht. Die Firewire- und USB-Schnittstellen lassen sich ebenso deaktivieren wie das CD-ROM-Laufwerk, ein Knacken des Servers mittels Booten von einem externen Volume wird so unmöglich. Die Standardkonfiguration mit einer 60-GB-Platte und 256 MB DDR-RAM kostet 3000 US-Dollar, Apple erwartet jedoch, dass sich die meisten Kunden ihr Xserve-System im Apple-Store nach ihren Wünschen konfigurieren. Bestellungen nimmt der Mac-Hersteller ab sofort an, die Auslieferung soll im Juni beginnen.

Erst das neue Betriebssystem Mac-OS X habe laut Vizepräsident Phil Schiller Apples Einstieg in den Servermarkt ermöglicht: "Wir hätten das niemals mit System 7 oder Mac-OS 8 oder 9 getan." Mac-OS X Server biete eine Reihe von Industriestandards wie die Datei- und Druckservices und -protokolle AFP, SMB, NFS oder die Webstandards wie FTP, WebDAV, MySQL oder Quicktimestreaming. Xserve und Mac-OS X Server würden "headless operation" bieten, Bedienbarkeit ohne Eingabegeräte, und unterstützen Files bis zu einer Größe von 2 Terabyte. Zum Konfigurieren und Warten des Xserve hat Apple die neue Software Server Monitor entwickelt. In einer Demo zeigten Schiller und Jobs, dass 400 gleichzeitige Streaming-Verbindungen den Xserve lediglich zu 50 Prozent auslasteten.

Als Zielgruppen sieht Jobs den Bildungsbereich, Kreative, Biotechnologen und Video-Produzenten. pm

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